Japan gibt AKW-Milliardenprojekt Monju auf

Nach jahrelanger Zwangsstilllegung und Kosten in Milliardenhöhe gibt Japan seinen Atomreaktor Monju auf. Die Regierung beschloss heute, den Prototyp eines Schneller-Brüter-Reaktors in Tsuruga an der Westküste des Landes endgültig stillzulegen.

Atomreaktor Monju

AP/Kyodo News

Mehr als eine Billion Yen (rund acht Mrd. Euro) an Steuergeldern hatte der Staat in das Projekt bereits investiert, obwohl der Reaktor nur wenige Monate überhaupt Strom produzierte.

Nur wenige Monate am Netz

Bereits ein Jahr nach der 1994 erfolgten Inbetriebnahme waren Hunderte Kilogramm des hochreaktiven Kühlmittels Natrium ausgetreten und in Brand geraten. Seither war der Reaktor weitestgehend abgeschaltet. Auch im Ruhezustand verschlang der Reaktor jährlich Betriebskosten in Höhe von 20 Milliarden Yen.

Die Regierung hält dennoch an der Weiterentwicklung der Schneller-Brüter-Technologie fest. Dazu sollen der ältere Forschungsreaktor Joyo und eine Kooperation mit Frankreich dienen.