USA: Weniger Todesstrafen verhängt als 2015

Die Todesstrafe ist in den USA laut einer neuen Studie auf dem Rückzug: In diesem Jahr wurden deutlich weniger Todesurteile verhängt und weniger Menschen hingerichtet als 2015, wie die Menschenrechtsorganisation Death Penalty Information Center (DPIC) heute erklärte. Auch die öffentliche Unterstützung für die Todesstrafe ging laut Umfragen zurück.

Das Jahr 2016 zeige, dass sich die USA „weiter von der Todesstrafe entfernen“, so das DPIC. Zum Rückgang der Exekutionen beigetragen hat allerdings auch eine Knappheit von Medikamenten für Hinrichtungen: Weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern, greifen die US-Behörden derzeit auf kaum erprobte Giftmischungen zurück.

20 Verurteilte hingerichtet

Die weiterhin in zwei Dritteln der US-Bundesstaaten mögliche Todestrafe wurde in diesem Jahr laut DPIC 31-mal verhängt. Das sei ein Rückgang um 37 Prozent gegenüber 2015, als mit 49 Todesurteilen der niedrigste Stand seit 40 Jahren erreicht wurde, wie DPIC weiter mitteilte.

20 Verurteilte wurden in diesem Jahr hingerichtet - das sind 29 Prozent weniger als 2015 und die niedrigste Zahl seit 1991. Exekutionen gab es den DPIC-Angaben zufolge in fünf der 31 US-Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe legal ist. Georgia führt mit neun Hinrichtungen, gefolgt von Texas mit sieben, Alabama mit zwei sowie Florida und Missouri mit je einer Hinrichtung.