Bericht über russischen Kredit für Front National

Die rechtspopulistische französische Front National (FN) soll sich bei der Suche nach Finanzierungsquellen für den Präsidentschaftswahlkampf 2017 an Russland gewandt haben.

Bereits im Februar habe FN-Chefin Marine Le Pen einen Kredit in Höhe von 30 Millionen Dollar (29 Mio. Euro) in Moskau beantragt habe, berichtete heute die französische Wochenzeitung „Le Canard enchaine“.

Als Quelle veröffentlichte das Blatt einen Brief des republikanischen US-Abgeordneten Mike Turner an Geheimdienstdirektor James Clapper, in dem dieser um „weitere Details zu dieser großangelegten Kampagne mit dem Ziel, einen Informationskrieg gegen die USA zu führen“, bittet.

Turner bringt die russischen Kredite darin in einen direkten Zusammenhang mit russlandfreundlichen Äußerungen Le Pens: „Im Februar 2016 hat die FN Russland um einen Kredit in Höhe von 30 Millionen Dollar gebeten, um die Präsidentschaftskampagne 2017 von Marine Le Pen zu finanzieren. Im Mai hat Le Pen in einem Interview erklärt, im Fall ihres Sieges die (von Russland annektierte ukrainische Halbinsel, Anm.) Krim als Teil des russischen Territoriums anerkennen zu wollen.“

Nicht erster Kredit aus Russland

Bereits 2014 hatte die FN einen Kredit in Höhe von neun Millionen Euro von der russischen First Czech-Russian Bank (FCRB) erhalten. Die Partei begründete das damals damit, dass entsprechende Bemühungen bei französischen Geldinstituten gescheitert seien. FN-Schatzmeister Wallerand de Saint-Just sagte zudem kürzlich, die Partei könnte dort erneut um eine Unterstützung von 20 bis 25 Millionen Euro ansuchen.