Tallinn wieder im „Pfefferkuchen-Wahnsinn“

Alle Jahre wieder bricht in Estlands Hauptstadt Tallinn zur Weihnachtszeit der „Pfefferkuchen-Wahnsinn“ aus. Unter diesem Motto  - auf Estnisch: „PiparkoogiMaania“ - stellen mehr als 100 estnische Künstler noch bis 4. Jänner essbare Kunstwerke aus Pfefferkuchen in der Design- und Architekturgalerie aus. Insgesamt wurden laut Kuratorin Mari-Liis Laanemaa 250 Kilo Teig verarbeitet.

Inspirieren ließen sich die Künstler vom Lebensraum Wald. "Der Wald ist ein wichtiger Ort für jeden Esten und ist auch unser größter Schatz", betonte Laanemaa. Zu sehen gibt es etwa aus Pfefferkuchen modellierte Tiere, aber auch Bäume, Sträucher, Pilze und Flechten.

Traditionell „tiefe Bedeutung“

Der „Pfefferkuchen-Wahnsinn" findet mit jährlich wechselnden Schwerpunkten bereits zum elften Mal statt und lockt regelmäßig um die 20.000 Besucher an. "Wir hoffen, dass die Pfefferkuchenkunst das kreative Denken anregt und estnische Kunst und estnisches Design aus einer aufregend neuen Perspektive präsentiert“, meinte Laanemaa.

Pfefferkuchen werden in Estland zur Adventszeit üblicherweise zu Hause gebacken und dekoriert. „Während der Sowjetzeit waren Pfefferkuchen das Symbol der Weihnachtstradition, die jahrzehntelang verboten war. Deshalb hatte Pfefferkuchen zubereiten eine tiefere Bedeutung als nur traditionelles Keksebacken“, sagte Laanemaa.