Themenüberblick

Große Gefahr durch Trockenheit

Die Debatte über Sinn und Unsinn von Böllern und Feuerwerken kommt vor dem Jahreswechsel mittlerweile so sicher wie das Ereignis selbst. Heuer warnt die Feuerwehr insbesondere vor der oft viel zu hohen Sprengkraft von Böllern. Zudem ist in manchen Gegenden Trockenheit ein Problem - weshalb vorab teilweise Totalverbote verhängt wurden.

Mehrere Städte und Gemeinden reagieren auf die geringen Niederschläge in den vergangenen Wochen: Die Innsbrucker Stadtregierung erließ ein Verbot für bestimmte Feuerwerksartikel - mehr dazu in tirol.ORF.at. In einigen Bezirken Tirols gibt es zudem Verbote, im Wald und in Waldnähe Raketen und Böller zu zünden. Auch in einigen Gemeinden Vorarlbergs gilt ein Raketenverbot - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Silvesterböller

APA/Hans Punz

Auch heuer gibt es viele Verbote für Silvester

Auch Klagenfurt wird heuer wohl stiller ins neue Jahr starten, wegen extremer Trockenheit gilt ein Verbot von Feuerwerkskörpern im Stadtgebiet. Zudem haben sich alle Bezirke Kärntens dazu entschlossen, Verbote auszusprechen, im Wald und waldnahen Gebieten Feuer zu entzünden. In der Kärntner Landeshauptstadt wurde wegen Feinstaubbelastung und Brandgefahr eine entsprechende Ausnahmeregelung für die Nutzung von Pyrotechnik aufgehoben - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Sprengkraft wie Handgranate

Generell warnte die Feuerwehr vor dem Einsatz illegaler Böller und Silvesterraketen. Die hierzulande nicht zugelassenen Knallkörper enthielten oft 50 bis 80 Gramm Schwarzpulver. „Diese Menge entwickelt eine Sprengkraft, die in der Wirkung einer militärischen Handgranate sehr ähnelt“, teilte das Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich mit. In Österreich zugelassene Böller seien mit maximal fünf bis acht Gramm Schwarzpulver gefüllt, hieß es.

Zudem seien illegale Böller meist mit kleinen Zementstoppeln verschlossen, die bei einer Explosion „schmerzhafte Verletzungen auslösen“ können. Schwere Blessuren und Brände können der Feuerwehr zufolge auch nicht zugelassene Silvesterraketen verursachen, die wegen zu schwerer Bauteile oft nicht abheben und in Bodennähe rotieren, wodurch glühende Teile herumfliegen können. Die Polizei rief Sicherheitsmaßnahmen in Erinnerung - mehr dazu in steiermark.ORF.at und vorarlberg.ORF.at.

Wiener Polizei verteilt Taschenalarme

Zur Sicherheitsdebatte über Pyrotechnik kommt die Reaktion auf die massenhaften Übergriffe in der vergangenen Silvesternacht in Köln. In Wien verteilt die Polizei für die Silvesterfeier in der Innenstadt Taschenalarme. Die Geräte stoßen einen schrillen Sirenenton aus und sollen damit Aufmerksamkeit erzeugen - mehr dazu in wien.ORF.at. Wie viele solche Alarme verteilt werden, ist jedoch nicht bekannt.

Generell wird das Sicherheitskonzept für den Wiener Silvesterpfad, das vergangenes Jahr aufgrund einer Terrorwarnung erstellt worden ist, auch heuer beibehalten. Trotz „abstrakter Gefahrenlage“ werden 400 Polizisten, 300 Security-Mitarbeiter und 19 Kameras im Einsatz sein, um ein höchstes Maß an Sicherheit beibehalten, wie es hieß - mehr dazu in wien.ORF.at.

Auch auf dem Linzer Hauptplatz werden Tausende Menschen bei der Silvesterparty erwartet. Entsprechend rüstet sich die Polizei auch dort für Einsätze zu Silvester. 50 zusätzliche Beamte sind in der Innenstadt unterwegs - einerseits gehe es um eine Reaktion auf die Anschläge in Berlin bzw. wolle man „Vorfälle wie in Köln“ verhindern, wie die Linzer Polizei mitteilte - mehr dazu in ooe.ORF.at.

„Panikattacken“ bei Tieren

Schließlich appellieren auch Tierschützer an Vernunft bzw. Rücksichtnahme bei privaten Feuerwerken. Viele Tiere werden wegen der Feuerwerke und Böller regelrechte Panikattacken erleiden, warnte Vier Pfoten. Die Tierschutzorganisation appellierte an alle Besitzer, Tiere nicht alleine zu lassen. „Wer seine Tiere wirklich gern hat, der verzichtet auf Silvesterfeierlichkeiten außer Haus, bleibt bei ihnen oder fährt mit ihnen in eine ruhige Gegend außerhalb der Stadt“, riet Vier Pfoten.

Links: