Waffenruhe für Syrien ab Mitternacht

In Syrien ist eine landesweite Waffenruhe in Kraft getreten. Die Feuerpause gilt ab Mitternacht (Ortszeit/23.00 Uhr MEZ). Russland und die Türkei bestätigten die Waffenruhe zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und mehreren Oppositionsgruppen.

Laut einer Liste des türkischen Außenministeriums umfasst das etwa 50.000 bewaffnete Kämpfer. Sie haben ihre Hochburgen meist in der westlichen Hälfte Syriens von Aleppo bis Damaskus.

Die beiden Länder fungieren auch als Garantiemächte, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Zunächst gab es keine Informationen, ob sich die beteiligten Seiten an die Abmachung hielten.

IS, Fatah al-Scham und offenbar auch YPG ausgenommen

Gruppen, die vom UNO-Sicherheitsrat als Terrororganisationen eingestuft werden, sind von der Waffenruhe ausgenommen. Das betrifft unter anderem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die dschihadistische Fatah al-Scham (ehemalige Al-Nusra-Front) sowie ihre Verbündeten. Offenbar ist auch die kurdische YPG ausgenommen, die von der Türkei als Terrororganisation betrachtet wird.

Eine Waffenruhe könnte Grundlage für Gespräche sein, bei denen die Türkei und Russland im Jänner in der kasachischen Hauptstadt Astana zwischen Vertretern der syrischen Opposition und der syrischen Regierung vermitteln wollen.

Die USA begrüßten die beabsichtigte Waffenruhe. Das sei eine positive Entwicklung, sagte der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, Mark Toner, am Donnerstag in Washington. Auch die UNO äußerte sich positiv.

22 Tote bei Luftangriffen

Indes wurden kurz vor Beginn der Waffenruhe bei Luftangriffen nahe Damaskus mindestens 22 Menschen getötet. Allein bei Angriffen durch Kampfflugzeuge und Artillerie auf den Vorort Duma sollen 13 Zivilisten, darunter mehrere Kinder, gestorben sein, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Auch weitere Vororte seien demnach attackiert worden.