Italien will Abschieberegelungen verschärfen

Italien will künftig schärfer gegen Flüchtlinge vorgehen, denen eine Aufenthaltsgenehmigung verweigert wurde und die abgeschoben werden sollen. Zusätzlich zu den bisherigen vier großen Abschiebezentren sollten 16 weitere geschaffen werden, hieß es gestern laut Reuters mit Verweis auf Quellen im italienischen Innenministerium.

Außerdem wies Polizeichef Franco Gabrielli die Beamten an, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um ausreisepflichtige Personen ausfindig zu machen. Die neue Regierung von Ministerpräsident Paolo Gentiloni schlägt damit einen deutlich schärferen Kurs als die seines Vorgängers Matteo Renzi ein.

2015 wurden 27.000 Menschen zur Ausreise aufgefordert, weniger als 5.000 wurden nach Zahlen der Statistikbehörde Eurostat jedoch tatsächlich abgeschoben. In diesem Jahr gelangten mehr als 181.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien - so viele wie nie zuvor.