Kälte hat Europa fest im Griff - mehrere Tote

Durch die Kältewelle in Europa sind in den vergangenen Tagen immer wieder Menschen gestorben. In Lettland starben seit Silvester elf Menschen an den Folgen der eisigen Kälte, wie das staatliche forensisch-medizinische Institut heute mitteilte. Unter den Opfern seien mehrere Obdachlose und ein 86-jähriger Mann, der tot in seinem Haus in Riga aufgefunden wurde, berichtete die Agentur LETA.

Zwei tote Flüchtlinge in Bulgarien

Mehrere Menschen sind zudem an der bulgarisch-türkischen Grenze erfroren. In einem Wald im verschneiten Gebirgsmassiv Strandscha im Südosten Bulgariens fanden Dorfbewohner die Leichen von zwei Irakern, wie die Polizei in der Regionalhauptstadt Burgas mitteilte. Die beiden Männer seien 28 und 35 Jahre alt gewesen. Am Montag war in der gleichen Gegend eine somalische Frau tot aufgefunden worden.

Das Strandscha-Massiv ist der einzige Teil der Grenze, der nicht durch Stacheldrahtzäune abgeriegelt wurde. Die Grenzzäune waren 2015 wegen des massiven Andrangs von Flüchtlingen, insbesondere aus dem Bürgerkriegsland Syrien, errichtet worden.

Minus 25 Grad in Polen

Bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad sind auch in Polen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Regierungsangaben zufolge starben in den vergangenen zwei Tagen sieben Menschen. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf 53. Der Frost stellt vor allem für Obdachlose eine Gefahr dar. Polnische Behörden warnten aber auch vor dem Heizen mit veralteten Öfen und Ventilationssystemen: Seit Beginn der kalten Jahreszeit starben in dem Land 24 Menschen an Kohlenmonoxid-Vergiftungen.

Auch in Italien sind drei Personen wegen der Kältewelle ums Leben gekommen. Bei zwei der Opfer handelt es sich um Obdachlose.

Schnee auch in der Ägäis

Klirrende Kälte und Schneefall machen auch den Menschen rund um die Ägäis das Leben schwer. In Nordgriechenland herrscht Dauerfrost. Die Thermometer in der Hafenstadt Thessaloniki zeigten minus sieben Grad Celsius. Zahlreiche Landstraßen waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie die Polizei mitteilte. Auch im Zentrum Athens herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt.

In den Provinzen Epirus, Mazedonien und Thrakien wurden Werte um die minus 14 Grad gemessen. Ungewöhnlich stark schneite es auf den nördlichen Ägäis-Inseln und den Sporaden, wie das amtliche Fernsehen berichtete. Die Städte haben beheizte Hallen und U-Bahn-Stationen geöffnet, damit keine Obdachlosen erfrieren.

Bosporus für Schiffsverkehr gesperrt

Eine Kaltfront hatte auch in Istanbul zu einem Temperatursturz in der Stadt geführt. Wegen heftiger Schneestürme in Istanbul wurde zudem der Bosporus für den Schiffsverkehr gesperrt. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Küstenschutzbehörde habe die Sperre auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt heute Früh verhängt. Die Sichtweite auf der Meerenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer sei zeitweise unter 100 Meter gefallen.