May weist Kritik an „Brexit“-Vorbereitungen zurück

Die britische Premierministerin Theresa May will in den kommenden Wochen Details zu ihrer „Brexit“-Strategie abstecken. Kritik, ihre Vorbereitungen für die Verhandlungen zum Austritt aus der Europäischen Union seien verworren, wies May in ihrem ersten Interview des neuen Jahres mit dem Sender Sky News gestern zurück.

„Unser Denken ist nicht wirr“

„Unser Denken ist nicht wirr.“ Die Komplexität der Themen habe aber Zeit gefordert. Großbritannien brauche das richtige Verhältnis zur EU, sagte die konservative Politikerin. Dabei gehe es nicht darum, entweder die Kontrolle über Einwanderung zu behalten oder einen guten Handelsvertrag abzuschließen. Sie wolle beides.

Die Premierministerin nannte keine Details zu ihrer Strategie bei den Verhandlungen mit Brüssel. Großbritannien könne aber nicht an „Häppchen“ der EU-Mitgliedschaft nach dem „Brexit“ festhalten. May bekräftigte in dem Interview, bis Ende März die Austrittserklärung nach Artikel 50 des Lissabon-Vertrags in Brüssel einzureichen.

Warnung vor „hartem ‚Brexit‘“

Wirtschaftsvertreter drängen May, einen „harten ‚Brexit‘“ - also einen Austritt aus der EU ohne freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt - zu vermeiden. EU-Vertreter warnten Großbritannien mehrfach davor, nur an den Vorteilen der Gemeinschaft festhalten zu wollen. Das Land könne nicht Teil des Binnenmarktes bleiben, ohne das Freizügigkeitsprinzip zu akzeptieren. Die Verhandlungen über die Trennung sollen möglichst bis Oktober 2018 abgeschlossen werden.

Zuletzt hatte Großbritanniens scheidender EU-Botschafter Ivan Rogers die Regierungschefin für ihre Vorbereitungen der „Brexit“-Verhandlungen angegriffen. Es gebe in der britischen Regierung nicht genug erfahrene Kräfte, die den Austritt verhandeln könnten. Er appellierte an seine Mitarbeiter in Brüssel, sich nicht durch schlecht begründete Argumente und wirre Gedanken aus der Ruhe bringen zu lassen.