USA: Zehntausende Geistersoldaten in afghanischer Armee

Der afghanischen Armee gehören nach Angaben des US-Generalinspektors für den Wiederaufbau Afghanistans, John Sopko, vermutlich immer noch Zehntausende Geistersoldaten an. Washington zahle den Sold für diese Soldaten, obwohl sie nur auf dem Papier existierten, erklärte Sopko gestern in Washington. Das Geld heimsten oft afghanische Kommandanten ein.

Soldaten verkaufen Waffen an Taliban

Es gebe zudem Hinweise darauf, dass die radikalislamischen Taliban ihre Feldkommandanten anwiesen, den afghanischen Soldaten von den USA gelieferte Waffen, Treibstoff und Munition abzukaufen, sagte Sopko in einer Rede im Politikinstitut CSIS. Für die Aufständischen sei das leichter und preiswerter, fügte der Generalsinspektor hinzu, der die Korruption in den afghanischen Sicherheitskräften anprangerte.

Die USA und ihre NATO-Verbündeten hatten ihren Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 beendet und die Verantwortung für die Sicherheit der afghanischen Armee und Polizei übertragen. Die Sicherheitslage verschlechterte sich zuletzt aber zusehends. Mehrere Rückschläge im Kampf gegen die Taliban ließen Zweifel an der Schlagkraft von afghanischer Armee und Polizei aufkommen.

In Afghanistan wurden 2016 wesentlich mehr afghanische Soldaten als im Vorjahr getötet, hauptsächlich von den Taliban-Rebellen. 2015 lag die Zahl der getöteten Soldaten bei mehr als 5.000.