US-Senator McCain nennt Putin „Mörder“

Der republikanische US-Senator John McCain warnt die neue amerikanische Regierung vor einem zu leichtgläubigen und naiven Umgang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Ich glaube, Wladimir Putin ist ein Mörder und Verbrecher, er ist ein Produkt des KGB. Er wird jeden Vorteil für sich nutzen“, sagte McCain der Deutschen Welle nach der Pressekonferenz des künftigen Präsidenten Donald Trump.

Es müsse nun wieder die Maxime von Ex-Präsident Ronald Reagan gelten, nämlich „Frieden durch Stärke“. Stärke sei das Einzige, was Putin verstehe. Auf die Frage, ob auch Trump das verstehe, antwortete McCain: „Ich weiß es nicht.“

Neue Sanktionen gegen Moskau gefordert

McCain hatte gestern zusammen mit neun weiteren Senatoren eine Gesetzesinitiative für umfassende neue Sanktionen gegen Russland eingebracht - als Antwort auf „Cyberangriffe, Aggressionen und destabilisierende Aktivitäten in den USA und weltweit“, wie es in einer Mitteilung hieß.

„Jeder Amerikaner solle alarmiert sein wegen dieser dreisten Attacke auf unsere Demokratie.“ Die Äußerungen des mächtigen konservativen Senators stehen in deutlichem Kontrast zu Trump, der sich um verbesserte Beziehungen zu Russland bemühen will.

Kreml hofft auf gute Beziehungen

Russland will trotz der Hacking-Vorwürfe gute Beziehungen zu den USA pflegen. „Wir in Moskau hoffen wirklich, dass unsere Präsidenten miteinander auskommen werden“, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow heute der Agentur Interfax zufolge in Moskau. „Das bedeutet aber nicht, dass man mit allem einverstanden sein muss. Das ist kaum möglich.“

Das Russland hinter den Hacks stehe, sei „völliger Unsinn“, sagte Peskow. Man könne den Vorwürfen nur abermals widersprechen. „Das (Thema) hat sich inzwischen in eine richtige Hysterie verwandelt.“ Moskau warte nun, bis sich der Anfall lege und sich beide Seiten rational über das Thema unterhalten können.