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Schwere Komplikationen durch A(H3N2)

Die Zahl der Grippeneuerkrankungen in Österreich steigt stetig. Die aktuelle Grippewelle dürfte sich damit ihrem Höhepunkt nähern - Grippewellen erstrecken sich zumeist über mehrere Wochen. Die Rate an Neuerkrankungen dürfte in den nächsten Wochen weiter zunehmen. Fast immer wird in dieser Saison die Krankheit durch den Virustyp A (H3N2) hervorgerufen.

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Dieser Typ gehe häufig mit schweren Komplikationen einher, so die Sprecherin des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, in deutschen Medien. Vor allem ältere Menschen seien davon betroffen. Das Virus löst hohes Fieber, Husten, Kopfweh, Hals- und Gliederschmerzen aus.

Frau mit Schnupfen trinkt Tee

APA/Herbert Pfarrhofer

Früchtetee allein hilft bei einer echten Grippe nicht

Die Influenza dieser Saison „startete“ rund fünf Wochen früher als in den vergangenen Jahren. Der Höhepunkt der Grippewelle ist etwa nach Einschätzung der Landessanitätsdirektion Tirol noch nicht erreicht. Rund 3.500 Menschen in Tirol sind derzeit krankgeschrieben. Der diesjährige dominante Virusstamm sei vor allem für ältere Menschen ungünstig - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Hohe Dunkelziffer

Auch im Burgenland sei die Virusaktivität sehr hoch, heißt es von der dortigen Landessanitätsdirektion. Doch bei Weitem sind nicht alle Grippekranken erfasst, denn die Sozialversicherung hat nur Zahlen über Erwerbstätige und Arbeitslose. Kinder und Pensionisten werden von ihr nicht gezählt. Die Dunkelziffer ist daher hoch - mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Auch in Kärnten gibt es mehr und mehr Erkrankungen. Allein das Klinikum Klagenfurt verzeichnete bis Mitte der Woche 67 Patienten mit echter Grippe. Das ist im Vergleich mit anderen Jahren viel. Die Dunkelziffer ist auch dort viel höher - mehr dazu in kaernten.ORF.at. In Vorarlberg seien ebenfalls seit vor Weihnachten die Wartezimmer der Ärztepraxen voll, so der zuständige Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Wien: Mehr als in letzten Jahren

In Wien kamen allein in der letzten Woche 19.700 Erkrankungen hinzu, wie aus den jüngsten Zahlen der MA15 von Wochenbeginn hervorgeht. Zuletzt waren in der Weihnachtswoche 11.400 neue Influenzafälle in der Bundeshauptstadt gemeldet worden, in der letzten Woche des Jahres 2016 wurden aufgrund der Urlaubszeit keine Daten erhoben. Die fast 20.000 Neuerkrankungen sind auch im Vergleich zu den beiden Vorjahren ein hoher Wert. In den vergangenen Wintern wurden nie mehr als 16.000 Grippefälle in einer Woche registriert - mehr dazu in wien. ORF.at.

Heftiger Streit über Gangbetten in Wien

Die Ärztekammer macht die Sozialversicherung für die wegen der Grippewelle aufgetretenen Engpässe im Gesundheitswesen verantwortlich. Präsident Artur Wechselberger sieht in der Versorgungsmisere mit langen Wartezeiten bei den Ärzten, überlasteten Ambulanzen und Gangbetten in Spitälern eine Folge der Spardoktrin der Sozialversicherung. Diese verneint das. Die durch die Erkrankungen gestiegene Zahl an Gangbetten in den Wiener Gemeindespitälern sorgt bereits seit Tagen für Wirbel. Die Krankenhäuser sind im Moment zum Teil überfüllt - mehr dazu in wien.ORF.at.

Impstoffhersteller: Impfen weiter sinnvoll

Eine Impfung sei auch jetzt noch sinnvoll, sagte der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) am Dienstag. Derzeit mache der Subtyp A(H3N2) 90 Prozent aller Infektionen aus. Der zirkulierende Stamm ist in der diesjährigen Vakzine enthalten. „Die Impfung wirkt“, hieß es in einer Aussendung.

„Impfen lassen kann und sollte man sich, solange man nicht selbst krank ist“, so Herwig Kollaritsch vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien laut ÖVIH. „Es dauert zwar im Regelfall zwei bis drei Wochen, bis der volle Impfschutz aufgebaut ist, aber selbst wenn man sich innerhalb dieses Zeitfensters infiziert, kann die Impfung den Krankheitsverlauf abmildern und Komplikationen verhindern.“

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