„Bild“ klagt „Focus“ wegen Abschreibens

Die deutsche „Bild“-Zeitung hat beim Landgericht Köln eine Klage gegen „Focus Online“ eingereicht. Das Onlinemedium schreibe systematisch exklusive Bezahlinhalte von „Bild plus“ ab und mache sie zum Teil des eigenen auf Reichweite zielenden Geschäftsmodells, hieß es heute von der Zeitung. „Focus“ erklärte, man habe die Klage noch nicht bekommen. Das Gericht sprach von einer „sehr umfangreichen Klageschrift“, die am letzten Donnerstag eingegangen sei.

„Bild“ hat nach eigenen Angaben über mehrere Monate sämtliche „Bild plus“-Artikel und deren exklusive Inhalte mit den kostenlosen Inhalten von „Focus Online“ abgeglichen. Dabei habe sich gezeigt, dass „Focus Online“ die „Bild plus“-Geschichten „systematisch und oft schon unmittelbar nach der Erstveröffentlichung“ für die eigene Homepage verwerte. „Das überschreitet die Grenze des Zulässigen“, sagte „Bild“-Anwalt Felix Stang.

„Systematisches“ Stehlen

„Bild“ klagt nun auf Unterlassung, verlangt Auskunft über die Arbeitsweise bei „Focus Online“ und will eine Schadenersatzfeststellung erreichen. "Das Ziel ist in erster Linie die Verteidigung des Geschäftsmodells, aber natürlich fordert „Bild" auch die Zahlung von Schadenersatz“, sagte Stang. „Das lässt sich derzeit aber noch nicht beziffern.“

Aus der Sicht von „Bild“ „geht es hier um das Wertvollste, was wir als journalistische Marke haben: unsere mit eigenen Ressourcen recherchierten Inhalte“. Man habe „Focus“ zunächst „im Guten kritisiert“, aber ohne Erfolg. Das Magazin gehe vor allem bei seinem Internetauftritt „systematisch vor und stiehlt und verwertet unsere exklusiven Geschichten, um auf diese Weise kostengünstig, ohne jedes redaktionelle Investment, die eigene Reichweite zu erhöhen“.