Neue Syrien-Gespräche in Kasachstan gestartet

Nach monatelangen heftigen Kämpfen und der vollständigen Eroberung Aleppos durch das Regime haben neue Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana begonnen.

„Ich bin zuversichtlich, dass Astana die notwendigen Grundlagen für alle beteiligten Parteien schaffen wird, um eine passende Lösung für die syrische Krise zu finden“, sagte der Außenminister Kasachstans, Kairat Abdrachmanow, zur Eröffnung.

Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana

AP/Sergei Grits

Regime und Rebellen werden dort Teilnehmern zufolge zunächst nicht am selben Tisch sitzen. Inhaltlich soll es vorerst um die Stärkung der brüchigen Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland gehen. Das für zwei Tage anberaumte Treffen wurde unter der Federführung Russlands, der Türkei und des Iran vorbereitet.

Rebellen: Vorerst keine direkten Gespräche

Unmittelbar vor Beginn der Friedenskonferenz erteilten die Rebellen direkten Gesprächen mit der Regierung vorerst eine Absage. Bei der ersten Verhandlungsrunde werde es keine direkten Gespräche geben, sagte der Rebellensprecher Jahja al-Aridi heute der Nachrichtenagentur AFP.

Zur Begründung sagte er, dass sich die syrische Regierung bisher nicht an die Ende Dezember vereinbarte Waffenruhe halte. Bei den Verhandlungen, die in einem Hotel in Astana stattfinden, sollten die Vertreter von Regierung und Opposition eigentlich an einem Tisch sitzen.

Für die bewaffnete Opposition nehmen Vertreter von mehr als einem Dutzend Rebellengruppen an den Verhandlungen teil. Verhandlungsführer der Regierungsgegner ist der Rebellenführer Mohammed Allusch. Die Regierungsdelegation wird vom syrischen UNO-Botschafter Baschar al-Dschaafari geleitet.

Türkei warnt vor zu hohen Erwartungen

Die Türkei warnte vor hohen Erwartungen. Die Konfliktparteien befänden sich seit sechs Jahren im Krieg, sagte Vizeregierungschef Numan Kurtulmus nach einer Kabinettssitzung in Ankara. Da dürfe eine Lösung in ein oder zwei Tagen nicht erwartet werden. Die Konferenz in Astana wurde maßgeblich von der Türkei und Russland organisiert.

Die türkische Armee tötete unterdessen nach eigenen Angaben bei einem Einsatz im Norden Syriens 65 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Türkei hatte vor fünf Monaten mit dem Einsatz gegen den IS auf syrischem Gebiet begonnen.