„Brexit“: Tschechischer Minister will nicht auf EU warten

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Tschechien sollte mit Großbritannien in Sachen „Brexit“ selbstständig verhandeln und nicht auf den Rest der EU warten. Dis forderte der tschechische Innenminister Milan Chovanec laut Medienberichten von heute. Er argumentierte, mit der EU könnte es „zu lange dauern“. Bürger aus anderen EU-Staaten, die in Großbritannien arbeiten, sollten laut Chovanec so schnell wie möglich die „Informationen und Regeln“ haben, wie es mit ihnen nach dem britischen Ausscheiden aus den EU-Strukturen weitergehen werde.

„Wir müssen jetzt die Interessen der tschechischen Bürger verteidigen“, so der Minister. Bisher sei aber nicht klar, ob es eine gemeinsame Vereinbarung mit Großbritannien geben werde oder ob man es auf nationaler Ebene lösen werde.

Sondertreffen einberufen

Chovanec äußerte gleichzeitig die Hoffnung, dass keine Visapflicht bei Reisen nach Großbritannien drohe. „Großbritannien kann nicht denken, dass - wenn es den Europäern die Einreisebestimmungen erschwert - es in der Gegenrichtung anders sein wird“, sagte der Minister. Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka berief unterdessen ein Sondertreffen der Chefs aller Parlamentsparteien zum Thema „Brexit“ ein.