Italien: Demonstrationen für schnellere Erdbebenhilfe

Nach mehreren schweren Erdbeben in Mittelitalien in den vergangenen Monaten haben heute mehrere hundert Bewohner der betroffenen Orte in Rom für schnellere Hilfe der Behörden demonstriert.

„Wir sind gekommen, um uns über die Verzögerungen bei den Wiederaufbauarbeiten der Regierung zu beschweren“, sagte einer der Organisatoren, Mirko Fioravanti, der Nachrichtenagentur AFP. „Wenig ist in den fünf Monaten passiert, nicht einmal das Notwendigste.“

Italienische Demonstranten

Reuters/Alessandro Bianchi

Mittelitalien wurde am 24. August, Ende Oktober sowie vergangene Woche von einer Reihe schwerer Erdbeben erschüttert. Die jüngsten Erdbeben lösten die Lawine aus, die in den Abruzzen das Berghotel Rigopiano verschüttete. Dabei starben mindestens 24 Menschen, fünf Verschüttete wurden noch vermisst.

Italien will Lawineneinsatz prüfen

Die italienische Regierung kündigte eine genaue Untersuchung möglicher Fehler beim Rettungseinsatz an dem Hotel an. Juristische Ermittlungen würden klären, ob es Verzögerungen bei dem Einsatz gegeben habe und wer dafür verantwortlich sei, sagte Ministerpräsident Paolo Gentiloni heute vor dem Senat in Rom.

Zeugenberichte legten nahe, dass erste Notrufe nicht ernst genommen worden sein könnten. So habe es bei der Präfektur in Pescara unter anderem geheißen, das Hotel sei gar nicht verschüttet worden, sondern ein Stall. Der Alarm sei als Lüge abgetan worden, so der Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung.