Akademikerball: Van der Bellen versteht Aufregung nicht

Der neue Bundespräsident Alexander Van der Bellen versteht die Aufregung linker Kritiker über den rechten Akademikerball in der Hofburg nicht ganz. Wenn sich dort farbentragende und auch schlagende Burschenschafter zu einem Ball treffen, sage er: „Was geht es mich an? Lasst sie doch.“ Zur Sprache kam das bei einem Treffen mit Schülern heute in Wien.

Kritischer sah er die politische Dimension, wenn etwa Marine Le Pen von der französischen Front National oder ihr Vater dort auftrete. Das sei ein politischer Akt, er werte das als „problematisch“.

„Nicht mein Teil der Hofburg“

Wo der Ball stattfinde, nämlich im Kongresszentrum der Hofburg, sei „auch nicht so wichtig“. Es wäre ihm neu, dass dieser Ort ein besonderes Symbol der Demokratie sei. Und: „Es ist auch nicht mein Teil der Hofburg“, so Van der Bellen über die Nähe zu seinen Amtsräumen, die er erst gestern bezogen hat.

Seine Einstellung zu diesem Ball sei nicht neu, so der frühere Grünen-Chef. Schon als Wiener Gemeinderat habe er eine leicht abweichende Meinung zur Mehrheitsansicht des grünen Klubs zum Ausdruck gebracht.

Die ersten Auslandsreisen nach Amtsantritt

Bei dem Treffen mit den Schülern ließ sich Van der Bellen auch die noch inoffiziellen Pläne für seine ersten Auslandsreisen im Amt entlocken. Starten soll die Reise in der Woche ab 13. Februar in Brüssel. Dort soll es Gespräche mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk geben. Warum gerade dorthin? „Weil das salopp gesagt die Hauptstadt Europas ist“, so Van der Bellen zu den Schülern des Wiener Gymnasiums Stubenbastei.

Schon am 14. Februar will der Präsident weiter nach Straßburg reisen, wo er eine Rede vor dem EU-Parlament plant. Auch ein Treffen mit dem neuen Präsidenten des EU-Parlaments, Antonio Tajani, ist vorgesehen.

Reiseziel mit Tradition: die Schweiz

Danach steht die Schweiz auf dem Plan, bisher traditionell das Ziel der ersten Präsidentenreise. „Bern hat offenbar Tradition“, so der Bundespräsident. Auch ein Besuch in Berlin sei naheliegend. Hier sind die Planungen aber noch nicht sehr weit gediehen, hieß es in der Hofburg.