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Volles Programm am Angelobungstag

Volksnah ist der neue Bundespräsident am Donnerstag in sein Amt gestartet. Alexander Van der Bellen legte am Vormittag seinen Amtseid im Parlament ab, das anschließende straffe Protokoll wurde durch launige Sprüche, viel Musik und „Schnapserln“ aufgelockert.

Der neunte Bundespräsident der Zweiten Republik wurde Donnerstagvormittag vor der Bundesversammlung im Parlament angelobt. Nach einer ersten Rede, in der er den Zusammenhalt der österreichischen Bevölkerung betonte, marschierte Van der Bellen gemeinsam mit „First Lady“ Doris Schmidauer und umringt von Journalisten zur Hofburg.

Parlament in Wien

ORF.at/Peter Prantner

Schon während der Angelobung versammelten sich Musiker und Fans vor dem Parlament

„Ich bin’s, euer Präsident“

Begleitet wurde der Tross von Hunderten Fans und Schaulustigen, Van der Bellen gab sich bürgernah, schüttelte viele Hände und genoss das Bad in der Menge sichtlich. Auch eine Tiroler Blasmusikkapelle spielte auf, bei der Hofburg kam dann noch eine oberösterreichische Musikkapelle hinzu. „Ich bin’s, euer Präsident“, stellte er sich, bei der Hofburg angekommen, scherzend den Zuschauern vor.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer

APA/Hans Klaus Techt

Das neue „First Couple“

Zeit für Gespräche blieb kaum. Nächster Programmpunkt war das Beziehen seiner neuen Amtsräume in der Hofburg. Nach dieser offiziellen Amtsübernahme wurde Van der Bellen mit einem militärischen Festakt auf dem Heldenplatz vom Bundesheer als neuer Oberbefehlshaber begrüßt.

Lorbeeren für das Heer und Friedensschüsse

Van der Bellen schritt mit Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) eine Ehrenformation des Heeres ab und legte am Äußeren Burgtor Kränze im Weiheraum für die Opfer des österreichischen Freiheitskampfes sowie vor der Krypta nieder. In seiner Rede betonte er, Schutzherr und Unterstützer des Bundesheeres sein zu wollen. Der Truppe streute er Rosen: „Unsere Bevölkerung kann sich auf ihr Bundesheer verlassen.“ Doskozil begrüßte das und versprach eine gute Zusammenarbeit.

Auch eine Abordnung Tiroler Schützen war aufmarschiert. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) trat mit ihnen zum „landesüblichen Empfang“ an. Nach der Ehrensalve - ein „Friedenssymbol“, wie der Platzsprecher betonte - schenkten Marketenderinnen Schnaps aus. Dann ging es zur Gulaschkanone des Bundesheeres. Über der Hofburg wehte da schon die rot-weiß-rote Flagge.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Heldenplatz

APA/Georg Hochmuth

Der neue Oberbefehlshaber mit dem Bundesheer

„Surprise, surprise“ - es gibt weiter eine Regierung

Für Van der Bellen ging es daraufhin wieder zurück in die Hofburg, wo er die Bundesregierung empfing. Der Bundespräsident lehnte das traditionelle Demissionsangebot des Kabinetts Kern erwartungsgemäß ab. Eine gute halbe Stunde hatte sich das Staatsoberhaupt Zeit genommen, um mit Kanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) eine erste Besprechung vorzunehmen.

Bundeskanzler Christian Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner

APA/Hans Klaus Techt

Ein Erinnerungsfoto für den Kanzler

In einem Statement danach meinte er, es sei Tradition, dass die Regierung ihren Rücktritt dem neu gewählten Präsidenten anbiete, und ebenso sei es Tradition, dass dieser - „surprise, surprise“ - diesen nicht annehme. Van der Bellen zeigte sich „sehr zuversichtlich“, dass die Regierung das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen werde. Bezüglich der laufenden Gespräche über eine Neufassung des Regierungsprogramms meinte der Präsident, er hoffe, dass diese weiter konstruktiv verlaufen. Das sei nicht nur im Interesse der Regierung selbst, sondern der gesamten Bevölkerung.

ORF-Reporter Schrom berichtet vom Heldenplatz

ORF-Reporter Matthias Schrom berichtet von den Ereignissen rund um die Angelobung von Alexander Van der Bellen direkt vom Heldenplatz.

Im Anschluss an das Statement Van der Bellens zog sich die ganze Regierung mit dem Staatsoberhaupt zu einem kurzen Empfang zurück. Vom Kabinett fehlte einzig Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), der bei einem EU-Ministerrat auf Malta weilte.

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