Frankreichs Sozialisten wählen Präsidentschaftskandidaten

Drei Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich bestimmen die in Umfragen weit abgeschlagenen Sozialisten ihren Kandidaten. In der entscheidenden zweiten Vorwahlrunde gilt der Parteilinke Benoit Hamon heute als Favorit gegen Ex-Premierminister Manuel Valls vom rechten Parteiflügel.

Die Vorwahl dürfte auch über die künftige Ausrichtung der Partei des unbeliebten Staatschefs Francois Hollande entscheiden. Der Abgeordnete und frühere Bildungsminister Hamon hatte die erste Wahlrunde vor einer Woche überraschend mit 36 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Der lange als Favorit gehandelte Valls landete mit 31 Prozent nur auf dem zweiten Platz. Der drittplatzierte Ex-Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg, der knapp 18 Prozent erhielt, hat eine Wahlempfehlung für Hamon ausgesprochen.

In Umfragen weit abgeschlagen

Ein Sieg Hamons würde nach den fünf Amtsjahren Hollandes mit seinem Mitte-links-Kurs einen klaren Linksruck der Sozialistischen Partei bedeuten. Die Sozialisten gelten bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai allerdings als nahezu chancenlos.

In Umfragen lagen zuletzt der konservative Präsidentschaftskandidat Francois Fillon und die Rechtsextreme Marine Le Pen weit vorne - allerdings steht Fillon derzeit wegen einer Affäre um die Beschäftigung seiner Ehefrau unter Druck.

Auch zwei Konkurrenten aus dem linken Lager schneiden derzeit in Umfragen besser ab als die Regierungspartei: der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron mit seiner Bewegung En Marche! und Linkspartei-Gründer Jean-Luc Melenchon.

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