SPD nominiert Schulz als Kanzlerkandidaten und Parteichef

Die deutsche SPD zieht mit Martin Schulz als Kanzlerkandidat in die deutsche Bundestagswahl 2017. Der Parteivorstand nominierte heute den 61 Jahre alten bisherigen Europapolitiker einstimmig als Herausforderer der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Zum SPD-Chef und Nachfolger von Sigmar Gabriel soll Schulz Mitte März auf einem Sonderparteitag gewählt werden.

„SPD wird Wahlen spannend machen“

Schulz sieht für seine Partei gute Chancen: „Wir werden die Wahlen in diesem Jahr richtig spannend machen“, sagte er. „Und ich trete mit dem Anspruch an, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden.“ Das sei ein bewegender Moment für ihn, sagte Schulz unter dem Beifall von etwa 1.000 Anhängern. Überall sei Aufbruchstimmung und Hoffnung für die Sozialdemokratien spürbar.

Im Wahlkampf werde die SPD auf Gerechtigkeitsthemen setzen. Schulz beklagte, dass ein „tiefer Riss durch die Gesellschaft“ gehe. „Wir müssen diese Gräben überwinden.“ Dafür müssten die Sozialdemokraten signalisieren, dass sich „die hart arbeitenden Menschen auf uns verlassen können“. Diese Menschen und ihre Sorgen müsse die SPD „in den Mittelpunkt unserer Politik stellen“.

Der bisherige Parteichef Gabriel hatte am Dienstag eine personelle Neuaufstellung der SPD für das Wahljahr verkündet. Überraschend erklärte er seinen Rückzug vom Parteivorsitz sowie seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und schlug Schulz für beide Posten vor. Der bisherige Wirtschaftsminister Gabriel rückte auf den Posten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt werden soll. Das Wirtschaftsressort wird fortan von Gabriels bisheriger Staatssekretärin Brigitte Zypries (SPD) geführt.