Athen wirft Türkei Verletzung der Hoheitsgewässer vor

Die griechische Regierung hat der Türkei eine Verletzung ihrer Hoheitsgewässer in der Ägäis vorgeworfen. Ein Kanonenboot der türkischen Marine sei gestern in Begleitung zweier kleinerer Boote kurzzeitig in griechische Gewässer um die unbewohnten Imia-Inseln eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Athen mit.

Zwischen beiden Ländern gibt es derzeit politische Spannungen, weil Griechenland die Auslieferung geflohener türkischer Soldaten ablehnt.

Siebenminütiger Vorfall

Schiffe der griechischen Küstenwache und der Marine hätten den türkischen Verband eskortiert und auf die Verletzung der Hoheitsgewässer hingewiesen, so das Athener Ministerium weiter. Nach sieben Minuten hätten die türkischen Boote die griechischen Gewässer wieder verlassen.

Die türkischen Streitkräfte ließen über die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu verbreiten, dass Generalstabschef Hulusi Akar in der Region türkische Schiffe inspiziert habe. Ein Schiff der griechischen Küstenwache habe die Situation aus der Entfernung beobachtet.

Die private türkische Agentur Dogan hatte zuvor berichtet, dass griechische Schiffe dem türkischen Verband den Weg zu den Inseln versperrt hätten; nach einer halben Stunde hätten die türkischen Schiffe abgedreht. Die türkischen Streitkräfte dementierten aber laut Anadolu, dass ihr Verband blockiert worden sei.