Tschechien behauptet Hackerangriff von fremdem Staat

Das tschechische Außenministerium ist nach Angaben von Ressortchef Lubomir Zaoralek Ziel eines Hackerangriffes geworden. Die Täter seien in Dutzende E-Mail-Konten eingedrungen, sagte der Minister heute in Prag.

Laut den Angaben gibt es Parallelen zum Hackerangriff auf die Demokratische Partei in den USA im vergangenen Jahr. Vermutlich stehe hinter dem Angriff in Tschechien ein Staat, sagte Zaoralek unter Berufung auf Experten. Vertrauliche Unterlagen seien aber nicht kopiert worden.

Die US-Demokraten wurden im Wahlkampf der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mehrmals das Ziel von Hackerangriffen. Dabei wurden auch E-Mails erbeutet, die der Rivalin des späteren Wahlsiegers Donald Trump mutmaßlich schadeten. Die US-Geheimdienste erklärten später, der russische Präsident Wladimir Putin habe die Aktion persönlich angeordnet. Belege dafür gelangten nicht an die Öffentlichkeit. Russland hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Zemans Kandidatur „fast sicher“

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman ist nach Angaben der Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“ (Onlineausgabe) „fast sicher entschlossen“, Anfang 2018 erneut für das Amt des Staatschefs zu kandidieren. Das Blatt berichtete das unter Berufung auf nicht genannte Mitarbeiter von Zeman.

Präsident Milos Zeman

APA/AP/Petr David Josek

Trotz des Verweises auf Zemans „Gesundheitsprobleme“ und seine „Sehnsucht nach Vysocina“ (böhmisch-mährische Anhöhe, wo Zeman sein Haus hat, Anm.) überwiege bei ihm „die Lust, erneut zu kandidieren“, zitierte die Zeitung einen der Mitarbeiter. Diese bereiten sich angeblich auf Zemans neue Kandidatur vor. Offiziell will Zeman am 10. März bekanntgeben, ob er erneut kandidiert.

Seit Monaten gibt es aus der Prager Burg Anzeichen dafür, dass sich Zeman doch um eine zweite fünfjährige Amtsperiode bewerben werde. Die Präsidentschaftswahl ist für Jänner 2018 geplant. Offenbar will sich Zeman dabei mit einem noch prononcierter rechtspopulistischen Kurs positionieren als schon bisher. Zuletzt pries sein Sprecher etwa den US-Präsidenten Donald Trump als leuchtendes Vorbild.