Bericht: Le Pen lehnt Rückzahlung von EU-Geldern ab

Die französische Rechtspopulistin und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen lehnt es laut einem Medienbericht ab, rund 298.000 Euro fristgerecht an das Europaparlament zurückzuzahlen. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP heute unter Berufung auf die Vorsitzende der rechtsextremen Front National (FN) und den FN-Schatzmeister Wallerand de Saint-Just.

Das Parlament hatte moniert, dass Mitarbeiter von Le Pens Partei regelwidrig aus Mitteln der europäischen Volksvertretung bezahlt wurden. Die Rückzahlungsfrist war gestern Abend abgelaufen. Eine weitere Rückzahlung von knapp 42.000 Euro wird nach Angaben aus Parlamentskreisen bis zum 28. Februar fällig. Sollte Le Pen nicht zahlen, könnten ihr die Bezüge gekürzt werden.

Le Pen tritt bei der französischen Präsidentenwahl im Frühjahr als Kandidatin an. Nach Umfragen hat sie Chancen, in den entscheidenden zweiten Wahlgang im Mai zu gelangen. Die FN wird schon länger verdächtigt, EU-Geld für Assistenten von Europaabgeordneten bezogen zu haben, obwohl diese anscheinend für die Partei in Frankreich arbeiteten. Die französische Justiz hatte Anfang Jänner Ermittlungen in der Causa bestätigt.