SVA wegen Kürzungen unter Beschuss

Mehrere tausend Selbstständige bekommen künftig weniger Leistung aus ihrer Krankenversicherung: Die Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) will ihr Defizit von rund zehn Millionen Euro über Leistungskürzungen kompensieren. Betroffen sind neben Selbständigen auch Ein-Personen-Unternehmen.

Für Christoph Matznetter, Präsident des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes, ist das Vorhaben nicht das, was man sich unter „optimaler Betreuung der eigenen Versicherten“ vorstellt, heißt es in einer Aussendung. „Wenn heute ein solcher Ein-Personen-Unternehmer krank wird fällt alles aus - keine Aufträge mehr, das Unternehmen steht. Und die brauchen einfach zum Überleben einen Schutz“, sagte Matznetter gegenüber dem Ö1-Abendjournal.

„Änderungen notwendig“

Auch von den Grünen kommt Kritik: Wenn man hier einerseits eine freiwillige Versicherung anbietet und bei der erstbesten Gelegenheit, wo sich die Kalkulation nicht mehr ganz ausgeht, die dann drastisch um zwei Drittel verschlechtert", seien einige Fragen offen, so Matthias Köchl, grüner Sprecher für Selbstständige.

Thomas Neumann von der SVA verteidigte den Vorgang: „Hier ist es einfach so, dass man sich Jahr für Jahr anschauen muss, stimmen die Beiträge mit den Leistungen überein“. Das habe jahrzehntelang gut funktioniert. „In den letzten beiden Jahren eben nicht, und daher waren diese Änderungen jetzt notwendig.“