Wien: Netrebko und Tezier strahlen im „Trovatore“

Die mit Spannung erwarteten Premiere von Giuseppe Verdis Klassiker „Il trovatore“ an der Wiener Staatsoper ist zum erwarteten Festspiel für Anna Netrebko geworden, die unter der musikalischen Führung von Marco Armiliato ihre Ausnahmestellung auf den internationalen Opernbühnen bestätigte.

Der von Armiliato mit dem Staatsopernorchester betont langsam gehaltene Verdi mag Opernfans erstaunt haben - für Netrebko bot dieser betont lyrische Zugang auf das Tempofeuerwerk Verdis die Chance, besonders anhaltend zu strahlen. Vom Publikum und den eingefleischten Fans besonders bejubelt: Ludovic Tezier als Conte di Luna. Eindrücklich: Luciana d’Intino als düstere Azucena, die in der Regie von Daniele Abado zur heimlichen Anführerin der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg mutiert war. Roberto Alagna hatte es in den diesem Setting, das sehr als psychologisierendes Rache- und Schicksalsdrama ausgelegt war, als Manrico nicht immer leicht.

Die Inszenierung kam trotz der Verlagerung des Stoffes vom 15. Jahrhundert in den Spanischen Bürgerkrieg dem Original und den romantischen Intentionen von Verdis Librettisten Salvadore Cammerano beglückend nahe. Alleine die Puristen in Wien waren bei ihrer Beifallsbekundung auch hier überraschend streng. Einprägsam an diesem Abend auch: die Lichtführung von Alessandro Carletti - und ein Staatsopern-Chor, der nuanciert die Auftritte der großen Sängerinnen und Sänger trug - eine ausführliche Besprechung folgt auf ORF.at (heid, ORF.at).

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