Türkische Truppen „im Zentrum“ von IS-Bastion al-Bab

Nach wochenlangem Ringen sind türkische Soldaten in die Extremistenhochburg al-Bab im Norden Syriens vorgedrungen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gab heute bekannt, dass der Vormarsch „ins Zentrum“ al-Babs mit Unterstützung syrischer Aufständischer gelungen sei. Die Stadt wurde seit 2014 von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert.

Die vollständige Einnahme al-Babs sei nur noch „eine Frage der Zeit“, sagte Erdogan vor Journalisten in Istanbul. Die Stadt werde „von allen Seiten belagert“. „Unsere Einheiten sind ins Zentrum vorgedrungen“, fügte Erdogan hinzu. Die Einheiten des IS seien auf dem Rückzug.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Dogan wurden bei Kämpfen am Wochenende ein türkischer Soldat getötet und drei weitere verletzt. Seit Beginn der türkischen Offensive in Syrien im vergangenen August stieg die Zahl der getöteten türkischen Soldaten damit auf 67.

Vereintes Vorgehen gegen IS

Al-Bab gilt als letzte Hochburg der Dschihadisten in der syrischen Provinz Aleppo. Die übrigen Konfliktparteien in Syrien, auch die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten russischen Streitkräfte, haben sich im Kampf gegen den IS in al-Bab zusammengeschlossen.

Der Vormarsch der türkischen Soldaten und der verbündeten syrischen Rebellen wurde am Vortag bereits von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vermeldet. Die in Syrien breit vernetzte Organisation mit Sitz in Großbritannien berichtete zudem von heftigen Gefechten mit IS-Kämpfern in der Stadt. Von unabhängiger Seite sind die Informationen der Beobachtungsstelle oft schwer zu überprüfen.