Rückkehr afghanischer Flüchtlinge: UNO beschuldigt

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) beschuldigt die Vereinten Nationen, Komplize zu sein bei der erzwungenen Rückkehr Hunderttausender afghanischer Flüchtlinge aus Pakistan in ihr vom Krieg zerrüttetes Heimatland. Unter anderem wegen zunehmender Spannungen zwischen der afghanischen und der pakistanischen Regierung waren 2016 rund 600.000 Afghanen aus Pakistan nach Afghanistan zurückgekehrt - oft unfreiwillig.

„Größte rechtswidrige Zwangsabschiebung“

HRW nennt es in seinem heute veröffentlichten 77-seitigen Bericht „die größte rechtswidrige Zwangsabschiebung von Flüchtlingen in jüngerer Zeit“. Pakistan hatte seit den 1980er Jahren Millionen Afghanen beherbergt, die vor den Kriegen und Bürgerkriegen im Nachbarland geflüchtet waren. Seit Anfang 2015 treibt Pakistan aber die schnelle Ausreise der Afghanen voran. Behörden wenden laut HRW rechtswidrige Methoden an, darunter die tägliche Misshandlungen von Afghanen durch die Polizei.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinen Nationen (UNHCR) habe dazu nicht nur geschwiegen, sondern auch sein Programm der Freiwilligen Repatriierung afghanischer Flüchtlinge aktiv vorangetrieben, erklärte HRW. Es habe aber nicht sichergestellt, dass die Menschen voll über die Zustände informiert gewesen seien, in die sie zurückkehrten. Das UNHCR habe so sein Mandat, Flüchtlinge zu schützen, aufgekündigt und Pakistans Rechtsbrüche unterstützt. Damit mache es sich mitschuldig.