Hugo Portisch nimmt sich zum 90er Trump vor

Er ist eine der prägendsten Figuren des österreichischen Journalismus, mit seinen historischen TV-Dokuserien „Österreich I“ und „Österreich II“ wurde er zum „Geschichtslehrer der Nationen“: Kommenden Sonntag feiert Hugo Portisch seinen 90. Geburtstag.

Dieser Tage ist Portischs neues Buch „Leben mit Trump - ein Weckruf“ im EcoWin-Verlag erschienen. Darin nähert sich der frühere Chefkommentator des ORF und ehemalige „Kurier“-Chefredakteur der Politik des neuen US-Präsidenten.

Trumps Lügen und Widersprüche

Portisch liefert darin eine Abbildung des „Status Quo“ in der US-Politik. Trumps Lügen und die zahlreichen Widersprüchen in seinen Aussagen nimmt Portisch anhand des Kampagnenslogans des Geschäftsmannes auseinander: „Trump trug während des Wahlkampfes Baseballkappen mit dem Slogan ‚Make America Great Again‘. Im Inneren der Kappe aber stand ‚Made in China‘“.

Im ZIB2-Gespräch blickt Portisch nicht nur auf seine Karriere zurück, sondern analysiert auch die politische Lage in Europa und den USA.

Die Möglichkeit von Handelskriegen versucht Portisch in seinem Buch ebenso abzuschätzen, wie er das Verhältnis von Trump zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin beleuchtet.

„Der tollste Beruf der Welt“

Im Vorjahr legte der am 19. Februar 1927 als Sohn eines Journalisten in Bratislava geborene Portisch seine Autobiografie „Aufregend war es immer“ vor. Darin blickt er auf seine steile Karriere zurück. In wenigen Jahren schaffte es Portisch vom Redaktionsaspiranten bei der „Wiener Zeitung“ zum Chefredakteur des „Kurier“. 1967 wechselte Portisch zum ORF, wo er Auslandskorrespondent und später Chefkommentator wurde.

Archivbild von hugo Portisch aus dem Jahr 1968

picturedesk.com/ORF/First Look

Nebenbei machte er sich als Autor von Sachbüchern einen Ruf, viele davon wurden Bestseller. Die meisten Veröffentlichungen behandeln politische Themen - aber auch seinen Passionen, dem Schwammerlsuchen und dem Olivenanbau - widmete er Publikationen.

Trotz Angeboten aus der Politik - Anfang der 90er wurde Portisch als Nachfolger des umstrittenen Präsidenten Kurt Waldheim vorgeschlagen - blieb Portisch dem Journalismus stets treu. „Journalist ist der tollste Beruf auf der Welt. Man kann jeden alles fragen, überall auf der Welt. Man kann über alles berichten, wenn man sich seiner Aufgabe bewusst ist: Das, was man gesehen und gehört hat, so zu vermitteln, dass alle es verstehen“, richtete er dem journalistischen Nachwuchs im Vorjahr im Gespräch mit ORF.at aus.

Programmschwerpunkt im ORF

Der ORF widmet Portisch anlässlich seines Geburtstags einen Programmschwerpunkt. Den Kern bildet eine neue dreiteilige Dokumentarserie, basierend auf Portischs Memoiren, die ab Freitag auf ORF III zu sehen ist. Zudem werden einige der besten TV-Dokumentationen Portischs gezeigt.

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