Rufe nach Stärkung von Börsenplatz Wien

Die Industriellenvereinigung (IV) und das Aktienforum haben heute die Bedeutung der Wiener Börse für Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft betont. Untermauert mit einer beim Industriewissenschaftlichen Institut (iwi) in Auftrag gegebenen Studie warnten sie gleichzeitig vor einer beunruhigenden Erosion des österreichischen Kapitalmarktes und forderten Maßnahmen seitens der Politik.

Mehr Ab- als Neuzugänge

Die Zahl der Börsennotierungen in Österreich ging in den vergangenen zehn Jahren (2006 bis 2016) von 127 auf 79 zurück. „Jede Börse hat normale Abgänge - aber in Österreich fehlen die Neuzugänge“, sagte der Präsident des Aktienforums und voestalpine-Finanzvorstand Robert Ottel im Haus der Industrie vor Journalisten. Ursache seien unter anderem regulatorische Auflagen.

Alleine in den vergangenen sechs Jahren gingen 20 Prozent der Unternehmen von der Wiener Börse, trug Ottel „alarmierende Zahlen“ vor. „Aus volkswirtschaftlichen Überlegungen muss der Börseplatz Wien und die börsenotierten Unternehmen mehr Unterstützung durch die Politik bekommen“, forderten Ottel und IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. „Wir müssen die Rahmenbedingungen für den Börseplatz Wien verbessern.“ Ansonsten werde er „erodieren“.