Hubert de Givenchy: Der Erneuerer des kleinen Schwarzen

Er hat Hollywood-Stars wie Elizabeth Taylor und Marlene Dietrich eingekleidet und das von Coco Chanel miterfundene kleine Schwarze wieder populär gemacht: Viele Jahrzehnte lang gehörte Hubert de Givenchy zu den Superstars der Modewelt. Heute feiert der große Franzose seinen 90. Geburtstag.

Skizzen für die Muse

Im Jahr 2014 vereinte er im Buch „To Audrey with Love“ rund 150 Skizzen von Kleidern, die er für die 1993 gestorbene Hollywood-Schauspielerin Audrey Hepburn entworfen hatte. Das Werk sei eine Hommage und ein Geschenk an eine wunderbare Freundin, so Givenchy. Hepburns Vertrauen in den Designer reichte so weit, dass sie sich in ihren Filmen ausschließlich von Givenchy ausstatten ließ.

Der französische Modedesigner Hubert Givenchy und die Schauspielerin Audrey Hepburn in Rom im April 1958

AP

Givenchy 1958 mit seiner Muse Hepburn

Für den Erfolgsfilm „Frühstück bei Tiffany“ (1961) schneiderte er ihr seine Version des berühmten kleine Schwarzen und verhalf Chanels Kreation zu neuer Popularität. In „Sabrina“ trat sie in einem Traum aus Weiß auf. Givenchys Idee von der schlichten Eleganz hat die Modewelt nachhaltig geprägt.

Billige Stoffe, perfekte Schnitte

Givenchy wurde in eine wohlhabende Adelsfamilie geboren, sein voller Name lautet Hubert James Marcel Taffin de Givenchy. Sein Vater war Direktor der historischen Gobelinfabrik im nordfranzösischen Beauvais. Jeder in der Familie habe auf gute Kleidung geachtet, sagte Givenchy.

Der französische Modedesigner Hubert Givenchy

APA/AFP/ANP/Bart Maat

Givenchy im November 2016

Nach Abschluss eines Designstudiums an der Pariser Akademie der Schönen Künste eröffnete er 1952 seinen ersten Salon. Obwohl er aus reichem Hause stammt, musste er bei den Materialien zunächst sparen - und kleidete seine Models in Baumwollstoffe statt Seide.

Givenchy schuf nicht nur den berühmten „Ballonmantel“, auch seine Samtbustiers, Glockenröcke und Hüte, die oft das Gesicht verdeckten, sorgten in der Modewelt für Aufsehen.

Giacometti-Sammlung wird versteigert

Vor mehr als 25 Jahren begann sich der Couturier allmählich zurückzuziehen. Zunächst verkaufte er 1988 sein Modeunternehmen, das Teil des Luxuskonzerns LVMH wurde, 1995 nahm er dann schließlich auch als Designer Abschied von der Schneiderkunst. Ihm folgten beim Modehaus Givenchy unter anderen die beiden exzentrischen Briten John Galliano und Alexander McQueen.

Givenchy besitzt ein Schloss und eine umfangreiche Kunstsammlung. Von einem Teil seiner Schätze trennt sich der Schöngeist nun. 22 Werke der Brüder Giacometti sollen Anfang März bei Christie’s in Paris versteigert werden. Unter den Skulpturen und Designmöbeln von Diego befindet sich auch eine Skulptur von dessen älterem Bruder Alberto. Die Werke werden auf sieben Millionen Euro geschätzt.