Entführung belastet Friedensgespräche in Kolumbien

Die Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellengruppe Nationales Befreiungsheer (ELN) werden von einer Entführung belastet. ELN-Rebellen hätten den Vater des Bürgermeisters von El Carmen, Edwin Contreras, verschleppt, erklärte die kolumbianische Armee gestern. El Carmen liegt in der unruhigen Region Catatumbo im Nordwesten des südamerikanischen Landes.

Öl-Pipeline bombardiert

Armee-Kommandeur Alberto Mejia sagte bei einer Pressekonferenz, die ELN-Rebellen hätten außerdem in derselben Gegend eine Öl-Pipeline bombardiert. Damit hätten die Rebellen „zwei terroristische Akte“ verübt, die dem Friedensprozess „viel Schaden“ zufügten. „Die Regierung reicht ihnen die Hand und sie antworten so“, kritisierte der General die ELN-Rebellen.

Die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos hatte am 7. Februar Friedensgespräche mit der ELN aufgenommen. Der Auftakt der Gespräche wurde durch die Weigerung der ELN-Kämpfer belastet, auf Entführungen zu verzichten. Die Rebellen nutzen Entführungen, um Lösegelder zu erpressen und um sich an ihren Gegnern zu rächen.

„Erste Vereinbarung“

Am Donnerstag hatten die Regierung und die ELN dann aber erste Ergebnisse ihrer Friedensgespräche verkündet: Sie erzielten demnach eine „erste Vereinbarung“ über die Beteiligung der Zivilgesellschaft und über humanitäre Maßnahmen auf dem Weg zu einer „bilateralen Waffenruhe“. Im vergangenen November hatte die kolumbianische Regierung bereits ein historisches Friedensabkommen mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) geschlossen. Für diese Aussöhnungspolitik wurde Präsident Santos der Friedensnobelpreis verliehen.