Themenüberblick

Anmeldepflicht und Gesundheitsberatung

Deutschland hat im Herbst des Vorjahres Prostitution strenger reguliert. Die Neuregelung des Prostitutionsgesetzes sieht vor, dass der Betreiber eines Bordells dafür künftig eine Erlaubnis einholen muss. Einschlägig Vorbestraften wird Erlaubnis verweigert.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Prostituierte müssen sich alle zwei Jahre bei den Kommunen anmelden und jedes Jahr eine Gesundheitsberatung absolvieren. Für 18- bis 21-jährige Prostituierte gilt die Pflicht zu einer jährlichen Anmeldung und zu halbjährlicher Beratung. Bestimmte, als besonders menschenunwürdig eingestufte Praktiken wie „Flatrate-Partys“ sind künftig verboten. Für sie gilt auch ein Werbeverbot, ebenso für Angebote für Sex mit Schwangeren. Für Kunden sieht das Gesetz eine Kondompflicht vor.

Mit der Neuregelung, so der Plan der Regierung in Berlin, soll der Zwangsprostitution entgegengewirkt werden. Kritiker wenden allerdings ein, dass dieses Ziel verfehlt werde und insbesondere die Anmeldepflicht für die Prostituierten nur mehr Kontrolle bringe.

Gesetzesverschärfung auch in Niederlanden

Auch in den Niederlanden wurden im Vorjahr strengere Regeln für „Freier“ beschlossen. Der Besuch einer Zwangsprostituierten wurde unter Strafe gestellt. Kunden können strafrechtlich verfolgt werden, wenn es deutliche Anzeichen gibt, dass die Frau zu dieser Arbeit gezwungen wird. Als Beispiele wurden etwa Spuren von Misshandlung genannt oder wenn sehr junge Mädchen in einem Kellerverschlag arbeiten. Mit dem Gesetz will die Regierung in Den Haag auch den Menschenhandel bekämpfen.

Frankreich bestraft Kunden

Menschenhandel und Zuhälterei einzudämmen ist auch das Ziel der französischen Regierung. Seit April des Vorjahres ist in Frankreich das neue, verschärfte Prostitutionsgesetz in Kraft, das den Kauf von sexuellen Leistungen de facto unter Strafe stellt. Wer in Frankreich sexuelle Dienste in Anspruch nimmt, riskiert eine Strafe von 1.500 Euro. Wenn ein „Freier“ öfters erwischt wird, kann die Strafe bis zu 6.700 Euro betragen. Mit dem Gesetz folgt Frankreich dem Vorbild Schweden, wo das Verbot gegen einen „Sexkauf“ durch Bestrafung der Kunden bereits 1999 eingeführt wurde.

Link: