Inhaftierter „Welt“-Korrespondent dankt Unterstützern

Der in Istanbul inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel hat sich über seinen Anwalt mit einer kurzen Botschaft an seine Freunde und Unterstützer gewandt. „Glaubt mir: Es tut gut, verdammt gut“, hieß es in der handschriftlichen Notiz an die Adresse derjenigen, die sich für seine Freilassung einsetzen.

Der Text wurde von der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag-Ausgabe) veröffentlicht, für die Yücel bisher als Korrespondent tätig war.

Verbesserte Haftbedingungen

Auf dem Zettel mit der Anrede „Hallo Welt“ beschreibt Yücel, dass sich seine Haftbedingungen in der Untersuchungshaft im Vergleich zum vorherigen Polizeigewahrsam verbessert hätten. „Tageslicht! Frische Luft! Richtiges Essen! Tee und Nescafe! Rauchen! Zeitungen! Ein echtes Bett! Eine Toilette für mich alleine, die ich aufsuchen kann, wann ich will“, schreibt er in der Notiz.

„Es mag sich merkwürdig anhören, aber mir kommt es so vor, als hätte ich ein kleines Stück meiner Freiheit zurückgewonnen“, kommentiert Yücel die Veränderungen. „Und obwohl sie mich meiner Freiheit beraubt, bringen mich das Verhör und die Urteilsbegründung noch immer zum Lachen.“

In andere Anstalt verlegt

Yücel schrieb die Notiz laut „Welt“ in der Untersuchungshaftanstalt Metris, kurz bevor er am Vormittag in das Gefängnis Silivri, ebenfalls in Istanbul, verlegt wurde. Dem Blatt zufolge sollen dort ähnliche Bedingungen herrschen wie in Metris.