US-Justizminister soll Kreml-Kontakt verschwiegen haben

Nach dem Rücktritt des US-Sicherheitsbeauftragten Michael Flynn wegen verschwiegener Kontakte zur russischen Regierung wird der entsprechende Verdacht auch im Hinblick auf US-Justizminister Jeff Sessions laut.

Die „Washington Post“ berichtete, Sessions habe sich im vergangenen Jahr zweimal mit demselben Botschafter getroffen und das bei einer Anhörung im Senat zu seiner Nominierung im Jänner verschwiegen.

Bei seiner Anhörung im Senat hatte Sessions, nach den Berichten zu russischen Kontakten des Trump-Teams gefragt, gesagt: „Ich hatte keine Kommunikationen mit den Russen.“ Seine Sprecherin erklärte das nun damit, dass es bei der Frage in der Anhörung nicht um Treffen von Sessions als damaliger Senator und Mitglied des Verteidigungsausschusses gegangen sei. In dieser Funktion habe er im vergangenen Jahr mehr als 25 Unterhaltungen mit ausländischen Botschaftern geführt.

Ausschuss zu russischem Hacking kommt

Fix ist unterdessen, dass es eine Untersuchung des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhauses zu mutmaßlichen Einmischungsversuchen Russlands in die US-Präsidentenwahl im November geben wird. Die ranghöchsten Vertreter beider Parteien im Ausschuss hätten sich auf die Parameter der Ermittlungen geeinigt, hieß es gestern (Ortszeit).

Gegenstand der Untersuchung sollten unter anderem russische Cyberaktivitäten und Verbindungen zwischen Russland und Mitgliedern von US-Wahlkampfteams sowie mögliche Leaks geheimer Informationen sein. Mehrere Medien recherchierten unabhängig voneinander, Mitglieder des Teams des heutigen US-Präsidenten Donald Trump seien während des Wahlkampfs wiederholt mit russischen Geheimdienstmitarbeitern in Kontakt gestanden. Trump hatte das dementiert.