Nordiren wählen neues Parlament

Die Nordiren wählen heute zum zweiten Mal binnen zehn Monaten ein neues Parlament, ohne dass sich eine Überwindung der politischen Krise abzeichnet. Erforderlich wurde die Neuwahl durch den Rücktritt des bisherigen Vizeregierungschefs Martin McGuinness von der katholisch-republikanischen Sinn-Fein-Partei. Die Auszählung der Stimmen sollte erst morgen beginnen, Ergebnisse werden frühestens am Samstag erwartet.

Menschen beim Wählen

Reuters/Clodagh Kilcoyne

McGuinness war nach einem Streit mit Regierungschefin Arlene Foster zurückgetreten und hatte damit die Regierungskoalition zum Scheitern gebracht. Den Parteivorsitz von Sinn Fein übernahm die 40-jährige Michelle O’Neill. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Sinn-Fein-Partei und der etwa ebenso starken probritischen Democratic Unionist Party (DUP) bestehen aber fort.

„Brexit“ trennt stärkste Kräfte

Sinn Fein und DUP dürften laut Umfragen mit jeweils rund 25 Prozent Stimmenanteil ins neue Parlament einziehen. Die DUP ist für den „Brexit“, die Sinn Fein dagegen. In Nordirland gibt es Befürchtungen, dass es bei einem EU-Austritt Großbritanniens wieder eine „harte“ Grenze zwischen Irland und Nordirland geben wird.

Falls keine neue Provinzregierung zustande kommt, kann die britische Regierung in London das Parlament auflösen und eine Direktverwaltung durch Nordirland-Minister James Brokenshire herbeiführen. Die Wahllokale öffneten um 8.00 Uhr (MEZ) und sollten bis 23.00 Uhr geöffnet bleiben.