Zahl Beschuldigter in VW-Dieselskandal könnte steigen

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Die Anzahl der Beschuldigten im VW-Dieselskandal könnte noch steigen. Die US-Behörden hätten den Konzern gebeten, von personellen Konsequenzen gegen „einige weitere Personen“ abzusehen, weil die Ermittlungen gegen sie noch andauerten, sagte VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch gestern Abend in Genf bei einer Konzernveranstaltung. Diese Personen würden derzeit weiter im Konzern arbeiten.

Welcher Stufe des Managements die Beschuldigten angehören, wollte Pötsch nicht sagen. Insgesamt hat der Konzern bisher über zwei Dutzend Beschuldigte freigestellt. VW hatte sich in einem US-Strafverfahren bereits auf Konzernebene schuldig bekannt, kriminelle Handlungen zugegeben und einem 4,3 Milliarden US-Dollar (4,05 Mrd. Euro) teuren Vergleich mit dem US-Justizministerium zugestimmt. Die Einigung muss aber noch von einem Gericht genehmigt werden. Die US-Justiz wirft noch mehreren ehemaligen Mitarbeitern kriminelle Vergehen vor.

EU-Kommission erhöht Druck

Die EU-Kommission erhöht unterdessen den Druck auf Volkswagen. „Volkswagen hat nach mehr als einem halben Jahr des Dialogs mit uns die Schlüsselforderungen der Verbraucher nicht erfüllt“, sagte die EU-Verbraucherschutz- und Justizkommissarin Vera Jourova der „Welt“ (Dienstag-Ausgabe). Der Konzern habe „europäisches Konsumentenrecht gebrochen“. Das könne nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Der Autokonzern müsse sich bewegen und sicherstellen, dass Konsumenten überall in Europa fair behandelt werden. Das beinhalte neben der Reparatur der Fahrzeuge auch eine Art Extrabonus oder freiwillige Kompensation für europäische Verbraucher, sagte die EU-Kommissarin.