Heimkinder: Finanzielle Anerkennung für Gewaltopfer

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Für Gewaltopfer in Heimen hat der Ministerrat gestern eine zusätzliche finanzielle Entschädigung beschlossen. Rund 7.000 Betroffene erhalten zukünftig eine gesetzliche Rentenleistung von 300 Euro monatlich. Der Bezug startet mit dem Erhalt einer Pension bzw. mit Erreichen des Pensionsalters.

Nach 1945 wurden Tausende Kinder und Jugendliche aus ihren Familien entfernt oder von ihren Eltern in Heime gesteckt, wo sie in vielen Fällen gequält oder vernachlässigt wurden. Bisher haben die Heimträger die rund 7.000 Betroffenen mit insgesamt über 80 Mio. Euro entschädigt. Für das Jahr 2017 betragen die Gesamtkosten rund drei Mio. Euro, danach laut Aussendung durchschnittlich neun Mio. Euro.

Bischofskonferenz irritiert

Die Bischofskonferenz zeigte sich überrascht über die Entscheidung des Ministerrats. Irritiert ist man vor allem, weil auch die Kirche einen finanziellen Beitrag leisten soll. Man habe den Gesetzesentwurf erst jetzt zu Gesicht bekommen und sei im Vorfeld auch nicht einbezogen worden, sagte der Pressereferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe.

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Gespräche über Aufteilung folgen erst

Das Sozialministerium bestätigte, dass es keine Begutachtung gegeben hat. Nach dem Staatsakt für die Missbrauchsopfer vergangenes Jahr im Parlament habe man sich rasch des Themas annehmen und Sicherheit für die Opfer schaffen wollen, hieß es. Gespräche mit Ländern und Kirche über die Aufteilung der Kosten müssten tatsächlich erst geführt werden.