Nach Drohung der Kirche: Sülze-Fest in Serbien abgesagt

Nach Drohungen der serbisch-orthodoxen Kirche hat ein kleines Dorf in Serbien sein während der Fastenzeit geplantes traditionelles Schweinesülze-Festival abgesagt.

Patriarch Irinej wollte es nicht hinnehmen, dass das alljährliche Fest in diesem Jahr mit dem Beginn der orthodoxen Fastenzeit zusammenfiel, wie einer der Organisatoren der Nachrichtenagentur AFP berichtete. In einem Drohbrief habe der Patriarch darauf hingewiesen, dass die „heidnische Zurschaustellung“ der verschiedenen Sülzen der orthodoxen Tradition widerspreche, sagte Branislav Popovic.

Der Patriarch warnte demnach, dass jede halbe Stunde die Totenglocke der Dorfkirche läuten werde, sollte das Dorf Rumenka an dem Termin für sein Pihtija-Festival festhalten. Zudem drohte er, alle Organisatoren und Beteiligte zu exkommunizieren.

Priester sollen ausgeschwärmt sein

„Nach einigen schlaflosen Nächten“ habe er schließlich beschlossen, das Fest - wenn möglich - auf das erste Wochenende nach Ostern zu verlegen, sagte Popovic. Die ganze Geschichte sei sehr „unerfreulich“ gewesen, sie habe „für sehr viel Spannung zwischen uns gesorgt“. Er berichtete, dass die örtlichen Priester alle Beteiligten zu Hause aufgesucht und Druck ausgeübt hätten. Rumenka ist berühmt für sein Pihtija-Festival, jedes Jahr zieht es mehr als 10.000 Besucher in das knapp 5.000 Einwohner zählende Dorf.