Chef von US-Behörde EPA: CO2 nicht schuld an Klimawandel

Der neue Chef der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, zieht in Zweifel, dass die Kohlendioxidemissionen ein wesentlicher Faktor bei der globalen Klimaerwärmung sind. Der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf das Klima sei sehr schwer zu messen, und es gebe „enorme Meinungsunterschiede“ über das Ausmaß ihrer Auswirkungen, sagte Pruitt gestern dem US-Fernsehsender CNBC.

Deswegen pflichte er nicht der Position bei, dass der Einfluss menschlicher Aktivitäten ein „primärer Faktor“ bei der Klimaerwärmung sei. Diese Frage müsse vielmehr weiter diskutiert und analysiert werden, sagte der von Präsident Donald Trump nominierte EPA-Chef, der wegen seiner Nähe zur Öl- und Gasbranche hochumstritten ist.

Gegen einhelligen Konsens der Wissenschaft

Mit seinen Aussagen zum Klimawandel stellte sich der Direktor der mächtigen US-Umweltbehörde gegen den fast einhelligen Konsens von Wissenschaftlern aus aller Welt. Demnach ist der Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen aus Industrie, Kraftwerken, Landwirtschaft und Verkehr die wesentliche Ursache der Erderwärmung.

Auf diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht der im Dezember 2015 geschlossene Klimaschutzvertrag von Paris, in dem sich die Weltgemeinschaft verpflichtet hatte, durch Reduktion der Treibhausgase die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Für die Einhaltung der US-Verpflichtungen aus dem Abkommen ist Pruitts Behörde zuständig.

Paris-Abkommen „schlechter Deal“

In dem TV-Interview beschrieb der EPA-Chef das Paris-Abkommen - in Übereinstimmung mit Trump - als „schlechten Deal“. Pruitt kritisierte auch, dass der frühere Präsident Barack Obama den Beitritt der USA zu der Vereinbarung ohne Abstimmung im Kongress ratifiziert hatte. Der EPA-Chef ließ aber ebenso wie Trump offen, ob die USA unter der neuen Regierung das Abkommen aufkündigen wird.

Vor seinem Eintritt in die Trump-Regierung war Pruitt als Generalstaatsanwalt des westlichen Bundesstaates Oklahoma tätig. In diesem Amt setzte er sich vehement für die Interessen der Öl- und Gaskonzerne ein, indem er gegen von der EPA verhängte Auflagen für die Branche focht.