50.000 Südkoreaner verlangen Festnahme Parks

Rund 50.000 Demonstranten haben heute bei einer Kundgebung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Festnahme der entmachteten Präsidentin Park Geun Hye verlangt. Tausende Polizisten waren im Einsatz. Rund 20.000 Gegendemonstranten forderten, die einstimmige Entscheidung des Verfassungsgerichts zur endgültigen Amtsenthebung Parks müsse überprüft werden.

Demonstration in Seoul

APA/AP/Ahn Young-joon

Die 65-jährige Politikerin gab zu der gestern bekanntgegebenen Entscheidung des Verfassungsgerichts keine öffentliche Stellungnahme ab. Park sei „offensichtlich fassungslos“ gewesen, als sie von dem Richterspruch erfuhr, sagte einer ihrer Mitarbeiter laut Medienberichten. Sie habe „niedergeschlagen“ gewirkt.

Park weiterhin im Präsidentenpalast

Mit der Entscheidung der Verfassungsrichter verlor Park alle Vorrechte mit Ausnahme der besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die ihr auch als ehemalige Staatschefin zustehen. Park hielt sich am Samstag weiter im Präsidentenpalast, dem Blauen Haus, auf. Ihre Mitarbeiter sagten, die abgesetzte Präsidentin warte darauf, dass ihr eigenes Haus im Süden der Hauptstadt hergerichtet sei, bevor sie den Palast verlassen wolle.

Die inzwischen inhaftierte Präsidentenfreundin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem soll sich Choi in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben. Park muss wegen der Affäre mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen.