Pro-Europa-Demo „Pulse of Europe“ erreicht Brüssel

In der belgischen Hauptstadt Brüssel sind gestern erstmals Menschen im Rahmen der privat organisierten Pro-Europa-Demonstrationen „Pulse of Europe“ auf die Straße gegangen. Rund 200 Menschen waren gegen 14 Uhr bei der Veranstaltung in der Brüsseler Innenstadt.

PulseOfEurope

ORF.at/Nadja Igler

Seit rund drei Monaten treffen sich in immer mehr europäischen Städten jeden Sonntag Menschen, um sich gemeinsam für ein einiges und demokratisches Europa auszusprechen. Neben dem Ausgangsland Deutschland gibt es mittlerweile in den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Portugal und Belgien sowie auch in Innsbruck derartige Treffen.

„Man weiß nicht wohin mit dem Frust“

Gefragt nach ihrer Motivation sagten die Teilnehmer in Brüssel, dass sie ein positives Zeichen für Europa setzen wollten. „Man weiß ja sonst gar nicht wohin mit seinem Frust über die ganzen Leute, die Europa ständig schlechtreden“, so ein pensionierter Herr, der seit 30 Jahren in Brüssel lebt und früher für eine NGO arbeitete.

„Uns geht es nicht darum zu sagen, dass in Europa alles perfekt ist, aber es ist der Punkt gekommen, wo man nicht mehr schweigen darf“, beschreibt Thorsten Petrowski, einer der fünf ehrenamtlichen Organisatoren von „Pulse of Europa“ in Brüssel, die Motivation für die Organisation der Veranstaltung. Demokratie und Frieden könne man nur mit Reden und dem gemeinsamen Lösen von Probleme erreichen.

PulseOfEurope

ORF.at/Nadja Igler

Wer jetzt nichts sage, dürfe sich später nicht wundern, wenn Demagogen und Populisten vollständig die Führung übernehmen. „Es geht nur gemeinsam“, so Petrowski. Unterstützung von EU-Institutionen haben die Veranstalter laut eigenen Aussagen in keinster Weise erhalten, es würden sich aber sehr viele Privatpersonen melden und ihre ehrenamtliche Mitarbeit anbieten.

Vom Zulauf der ersten Veranstaltung überrascht hoffen die Organisatoren, dass in Zukunft noch mehr Menschen jeden Sonntag zu „Pulse of Europe“ kommen. Die zahlreichen deutschen Teilnehmer des ersten Treffens, die meisten bei EU-Institutionen oder UNO-Organisationen tätig, haben vor allem von Freunden davon erfahren, und zuvor bereits die rege Berichterstattung in Deutschland mitverfolgt.