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Starb im Alter von 90 Jahren

Ein Pionier des Rock ’n’ Roll ist tot: Chuck Berry ist im Alter von 90 Jahren im US-Bundesstaat Missouri gestorben. Das berichtete die Polizei von St. Charles County auf Facebook. Rettungskräfte hätten ihn leblos in seinem Haus gefunden, ihn aber nicht wiederbeleben können.

Die Polizei „bestätigt traurig den Tod von Charles Edward Anderson Berry Sr., besser bekannt als der legendäre Musiker Chuck Berry“, hieß es in der Mitteilung. Berrys Familie habe darum gebeten, in ihrer Trauer nicht gestört zu werden.

Als einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit hat Berry Ende der 50er Jahre den Rock ’n’ Roll und davon inspirierte Musikgenres nachhaltig beeinflusst. Berry wurde mit Songs wie „Johnny B. Goode“, „Roll Over Beethoven“ und „Sweet Little Sixteen“ weltberühmt.

US-Musiker Chuck Berry

APA/AFP/Jean-Christophe Verhaegen

Berry im Fox Theatre in seiner Heimat St. Louis

Der Musiker wuchs in St. Louis im Kreis einer großen Familie auf und entwickelte bald ein Gespür für Poesie und Blues. In seiner Jugend tingelte er durch die Clubszene der Stadt und musizierte teilweise für 15 Dollar die Nacht.

Ö1 ändert sein Programm und widmet die Sendung „Spielräume“ (20.3., 17.30 Uhr) der Erinnerung an Chuck Berry.

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Neues Album war Ehefrau gewidmet

Beeinflusst wurde er von Blues-Größen wie Nat King Cole und seinem Idol Muddy Waters, der Berry in einer zweiminütigen Unterhaltung in Chicago schließlich dazu animierte, auf das Chess-Musiklabel zuzugehen. Dort stellte sich der Erfolg schnell ein. Berrys Markenzeichen war der „Duckwalk“, sein Entengang auf der Bühne.

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte Berry zu seinem 90. Geburtstag noch ein Album angekündigt, das erste seit fast vier Jahrzehnten. Es sollte 2017 herauskommen und „Chuck“ heißen. Auf der Platte seien auch Berrys Kinder zu hören, hieß es: Charles Berry Jr. als Gitarrist, Tochter Ingrid Berry an der Mundharmonika. Gewidmet hatte Berry die Aufnahmen seiner Ehefrau Themetta, mit der er 68 Jahre verheiratet war.

US-Musiker Chuck Berry

AP/Keystone/Walter Bieri

Der Sänger und Gitarrist beeinflusste Generationen von Musikern. Er bevorzugte Gibson-Gitarren.

Seit seiner Teenagerzeit hatte Berry immer wieder Konflikte mit Polizei und Justiz. 1961 wurde er für eineinhalb Jahre hinter Gitter gesteckt, weil er ein 14 Jahre altes Mädchen über die Grenze zweier Bundesstaaten gebracht hatte. Der Fund von Drogen und mit Minderjährigen gedrehten Pornofilmen in seinem Haus sowie Steuerhinterziehung brachten ihm erneut Ärger ein. Zudem soll er Frauen auf der Toilette eines Restaurants gefilmt haben, das er 1989 gekauft hatte.

Grammy für das Lebenswerk

Seiner musikalischen Leistung taten die Vergehen keinen Abbruch. 1984 wurde Berry mit einem Grammy für sein Lebenswerk ausgezeichnet; 1986 folgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. John Lennon sagte einmal über den Musiker aus St. Louis: „Wenn man Rock ’n’ Roll umbenennen wollte, müsste man ihn Chuck Berry nennen.“

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