Erste Länder stoppen Fleischimporte aus Brasilien

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Nach der Aufdeckung eines Gammelfleischskandals in Brasilien stoppen mehrere Länder ihre Importe aus dem Land. Das brasilianische Landwirtschaftsministerium teilte heute mit, dass China als zweitwichtigster Abnehmer von Rind- und Geflügelfleisch Einfuhren aus Brasilien gestoppt habe. Ähnlich reagierte Chile. Die Europäische Union forderte von den brasilianischen Behörden eine Garantie, kein verdorbenes Fleisch zu erhalten.

Vier der beanstandeten Kühlhäuser liefern in die EU

Die Behörden müssten sicherstellen, dass in den Skandal verstrickte Firmen kein Fleisch in die Europäische Union liefern, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Ihnen müsse die Exportgenehmigung für die EU entzogen werden. Von den 21 Kühlhäusern, denen Unregelmäßigkeiten vorgeworfen werden, dürfen vier Produkte nach Europa exportieren.

Temer: Nur „sehr wenige Betriebe“ betroffen

Zuvor hatte sich die brasilianische Regierung um Schadensbegrenzung bemüht. Die Vorwürfe beträfen nur „sehr wenige Betriebe“, und die brasilianische Fleischindustrie stelle kein größeres Problem dar, sagte Präsident Michel Temer heute bei einem Krisentreffen. Er lud eine Reihe von Botschaftern wichtiger Absatzmärkte zum Steak-Essen ein.

Der Skandal habe zwar „große Besorgnis“ ausgelöst, gestand Temer in einer Ansprache vor den Botschaftern ein. Verdorbenes Fleisch und gefälschte Zertifikate habe es aber nur in „sehr wenigen Betrieben“ gegeben. Brasiliens Inspektionssystem sei „eines der respektiertesten“ der Welt, versicherte Temer. „Ich möchte unser Vertrauen in die Qualität unserer Produkte betonen.“

Die Affäre war am vergangenen Freitag nach zweijährigen Ermittlungen der Polizei publik geworden. Dutzende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. Mindestens 30 Menschen wurden bereits festgenommen, drei Betriebe mussten schließen.

Export in 150 Länder

Brasilien ist der weltgrößte Exporteur von Rind- und Geflügelfleisch und liefert in 150 Länder. Zu den größten Abnehmern gehören Saudi-Arabien, China, Japan, Russland und Italien. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben des Landwirtschaftsministeriums gut 114.282 Tonnen Fleisch aus Brasilien eingeführt.