Familie des Germanwings-Kopiloten kritisiert Ermittler

Zwei Jahre nach dem Germanwings-Absturz mit 150 Toten hat der Vater des Kopiloten Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Ermittlungsbehörden geäußert.

„Es gab ganz offensichtlich Dinge, die man gar nicht erst ermittelt hat, vielleicht weil man sie nicht ermitteln wollte“, sagte Günter Lubitz im Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“. Auch kritische Nachfragen der Familie hätten Behörden einfach ignoriert, sagte er.

Am 24. März 2015 hatte Kopilot Lubitz einen Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings gegen einen Berg in den französischen Alpen geflogen. Die Ermittler gehen von einer absichtlichen Tat und einem Alleinverschulden des Kopiloten aus.

„Sehr verantwortungsvoller Mensch“

„Unser Sohn war ein sehr verantwortungsvoller Mensch. Er hatte keinen Anlass, einen Selbstmord zu planen und umzusetzen, und erst recht nicht, dabei noch 149 andere unschuldige Menschen mitzunehmen“, sagte Lubitz der Zeitung. „Ein solches Verhalten passt einfach nicht zu ihm und seiner Persönlichkeit.“

Am Freitag, dem zweiten Jahrestag des Absturzes, will Lubitz in einer Pressekonferenz seine Sicht der Dinge erläutern. Vertreter der Absturzopfer haben das bereits als „unverantwortlich“ und „geschmacklos“ kritisiert.