Sturm-und-Drang-Zeit von Marx und Engels als Film

Auch Karl Marx und Friedrich Engels waren einmal jung: Der 1953 auf Haiti geborene Regisseur Raul Peck hat den beiden mit „Der junge Karl Marx“ ein filmisches Denkmal gesetzt. Der allzu brav umgesetzte biografische Historienfilm kommt diese Woche in die Kinos.

Marx war ständig pleite. Aber seine Prophezeiungen über die Verfasstheit einer kapitalistischen Weltordnung haben sich oft bewahrheitet.

Amüsant sind vor allem die Debatten in den linken Zirkeln der damaligen Zeit - sie unterscheiden sich kaum von jenen der Sponti-Szene der 70er Jahre und den Basisgruppendiskussionen an heutigen Unis. Die Auswirkungen freilich waren weitaus größer. Und auch wenn der junge Marx das noch nicht wissen konnte: In Pecks Version der Geschichte war er größenwahnsinnig genug, sich der historischen Bedeutung bewusst zu sein.

In der Rolle des jungen Marx überzeugt August Diehl, als Engels glänzt Stefan Konarske. Aber erst die Frauen an ihrer Seite, die junge irische Arbeiterin Mary Burns (hervorragend dargestellt von Hannah Steele) und Marx’ Ehefrau Jenny (ebenfalls herausragend: Vicky Krieps) machen aus den beiden Heißspornen ernstzunehmende Denker.