Brasilien-Fleischskandal: EU will Aussetzen von Importen

Die Europäische Union fordert von Brasilien eine freiwillige Aussetzung der Fleischeinfuhren in EU-Mitgliedsländer. Hintergrund ist der Gammelfleischskandal in dem südamerikanischen Land.

EU-Diplomaten sagten gestern in Brasilia der Nachrichtenagentur Reuters, mit einem freiwilligen Verzicht könne Brasilien ein Importverbot verhindern.

Einfuhr von Produkten aus vier Betrieben untersagt

Die EU-Kommission hatte in dieser Woche bereits die Einfuhr von Produkten aus vier brasilianischen Fleischverarbeitungsanlagen untersagt. EU-Experten treffen sich heute in Brüssel, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Die brasilianische Polizei wirft einigen Konzernen nach einer Razzia am Wochenende vor, vergammelte und überalterte Fleischprodukte auf den Markt gebracht zu haben. Die Regierung sprach daraufhin von Einzelfällen und betonte, die Qualität des Fleisches aus heimischer Produktion stehe nicht grundsätzlich in Zweifel.

Das Land ist mit einem jährlichen Ausfuhrvolumen von umgerechnet mehr als elf Milliarden Euro der größte Rindfleischexporteur der Welt. Die Fleischbranche ist einer der wenigen florierenden Wirtschaftssektoren im rezessionsgeplagten Brasilien.