UNO: Gewalt gegen Frauen im Jemen nimmt zu

Frauen und Mädchen im Jemen werden durch den gewaltsamen Konflikt in ihrem Land zunehmend Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen. 2016 seien mehr als 10.000 Attacken gemeldet worden, teilte der UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) gestern mit. Dies entspreche einer Zunahme von 63 Prozent binnen zwei Jahren.

Die ohnehin schwierige Lage der Frauen in der jemenitischen Gesellschaft habe sich durch den Konflikt weiter verschlechtert. Es gebe mehr Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Kinderehen sowie körperliche und psychische Misshandlungen als noch vor Beginn der Kämpfe.

Fast 19 Mio. Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Houthi-Rebellen und andere Milizen, die dem vorherigen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten.

Seit zwei Jahren fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes und von den USA unterstütztes Militärbündnis Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen.

In dem Konflikt wurden nach UNO-Angaben bereits fast 7.700 Menschen getötet und mehr als 42.000 weitere verletzt. Fast 19 Millionen Menschen benötigen laut UNFPA humanitäre Hilfe. Wegen der schlechten Versorgungslage seien 1,1 Millionen schwangere Frauen unterernährt.