Geschenke von Spionen: Affäre in US-Außenministerium

Eine Mitarbeiterin des US-Außenministeriums soll von chinesischen Geheimdienstmitarbeitern Geschenke im Wert von mehreren tausend Dollar angenommen und darüber gelogen haben. Gegen die 60-jährige Candace Claiborne wurde gestern Anklage erhoben, wie das Justizministerium in Washington mitteilte.

Geschenke über fünf Jahre

Claiborne, die eine Freigabe für streng geheime Informationen des Außenministeriums hat, habe Kontakt zu zwei chinesischen Geheimdienstagenten unterhalten. Einem Mitwisser habe sie anvertraut, dass es sich bei ihnen um Spione handle, heißt es in der Mitteilung des Justizministeriums.

Sie soll von den beiden über fünf Jahre lang zahlreiche Geschenke bekommen haben - darunter Geld, Reisen, ein iPhone, einen Laptop, eine vollständig eingerichtete Wohnung, Unterricht an einer chinesischen Modeschule und ein monatliches Stipendium.

Agent wollte interne Analysen

Nach einer Zahlung von 2.480 US-Dollar habe einer der Agenten die Frau damit beauftragt, ihm interne Analysen der US-Regierung über Wirtschaftsberatungen zwischen beiden Ländern zu beschaffen. Offen blieb, ob sie tatsächlich Informationen weitergab.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 60-Jährigen vor, interne Ermittler des Außenministeriums sowie das FBI vorsätzlich über die Kontakte getäuscht und die Ermittlung behindert zu haben. „Claiborne hat ihre Position und ihren Zugang zu sensiblen diplomatischen Informationen benutzt, um sich persönlich zu bereichern“, erklärte die amtierende stellvertretende Chefanklägerin Mary McCord. Claiborne plädierte vor Gericht auf nicht schuldig.