Bericht: ETA will 2.500 Kilo Sprengstoff übergeben

Fünfeinhalb Jahre nach ihrem Gewaltverzicht will die baskische Untergrundorganisation ETA am kommenden Samstag offiziell ihre Waffen den Behörden übergeben. Dabei handle es sich unter anderem um 55 Pistolen und 2.500 Kilo Sprengstoff, berichtete die spanische Zeitung „El Mundo“ heute unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Waffen seien in Arsenalen im Süden Frankreichs versteckt gewesen.

Zusätzlich würden Teile wie Zeitzünder ausgehändigt, die für Sprengsätze verwendet werden. Die vor wenigen Wochen angekündigte Entwaffnung soll in der Nähe der Stadt Bayonne im französischen Teil des Baskenlandes stattfinden. Neben Experten der „Kommission zur Verifizierung des ETA-Waffenstillstandes“ werde auch eine Gruppe baskischer Linksnationalisten daran teilnehmen, hieß es.

Experten vermuten weitere Arsenale

Anti-Terror-Experten in Spanien betonten aber, dass die ETA über weitere Arsenale verfügen müsse. Sie bezweifelten, dass die Gruppe auch solche Waffen abgebe, die für Attentate genutzt wurden und daher neue Ermittlungen erlauben würden.

Die Separatistenorganisation, die seit den 1960er Jahren mehr als 800 Menschen getötet hat, führte jahrzehntelang einen blutigen Kampf für ein unabhängiges Baskenland. Im Oktober 2011 verkündete sie ihren Gewaltverzicht. Bisher hatte sie aber weder ihre Waffen abgegeben noch ihre Strukturen im Untergrund aufgelöst.