Parlamentswahl in Armenien mit technischen Problemen

Armenien hat heute ein neues Parlament gewählt. Überschattet wurde die Abstimmung von technischen Problemen. Um doppelte Stimmabgaben zu verhindern, arbeiteten die Wahlkommissionen mit neuen Geräten zur Identifikation von Fingerabdrücken. Das funktionierte in vielen Fällen nicht, nach Angaben von Augenzeugen in Eriwan bildeten sich lange Schlangen.

Hunderte oder sogar Tausende Wähler konnten gar nicht abstimmen. Die Scanner erkannten auch Präsident Sersch Sargsjan nicht, der dann anhand seiner Wahlbenachrichtigung wählen durfte. Wahlberechtigt in der Ex-Sowjetrepublik waren etwa 2,5 Millionen Menschen. Es war die erste Wahl nach dem umstrittenen Wechsel Armeniens von einem präsidialen zum parlamentarischen Regierungssystem.

Fünf Parteien und vier Wahlbündnisse

Die Opposition vermutet, dass Sargsjan nach Ende seiner Amtszeit 2018 selber auf den aufgewerteten Posten des Regierungschefs wechseln will. Der Präsident hat das dementiert. Gegenwärtig regiert die Republikanische Partei, die auch den Ministerpräsidenten Karen Karapetjan stellt.

Für das Parlament in Eriwan bewarben sich fünf Parteien und vier Wahlbündnisse. Ergebnisse der komplizierten Auszählung werden morgen erwartet. Laut Verfassung muss eine regierungsfähige Mehrheit auf mindestens 54 Prozent der Parlamentssitze kommen. Internationale Organisationen entsandten 640 Beobachter nach Armenien.